Dienstag, Mai 19, 2015

Die 6 häufigsten Fehler beim Verkauf von Selbstgemachtem

Fehler Selbstgemachtes
Fehler machen ist menschlich und auch vollkommen normal. Im Business und im Verkauf allerdings werden einem Fehler nicht so schnell verziehen und es wird schwerer, diese wieder gerade zu rücken und auszubügeln. Hier findest du Tipps, wie du von Anfang an die 6 häufigsten Fehlern beim Verkauf von Unikaten vermeidest.

1. Fallen kann jeder - Auffallen ist schwerer

Die Wirtschaft und der Verkauf haben wenig mit Kreativität zu tun – von wegen! Genauso wie beim Erstellen deiner selbstgemachten Produkte, solltest du auch beim Verkauf deiner Unikate kreativ werden. Nutze die Möglichkeiten deine Produkte gerade im Einzelhandel durch kreative Präsentationsformen in Szene zu setzen. Anregungen kannst du dir hier holen.

Bleibe bei potenziellen Käufern in Erinnerung, indem du deine Visitenkarten zum einen originell gestaltest und zum anderen auch so präsentierst. Natürlich kannst du deine Visitenkarten ins Fach legen, aber wirken sie nicht zum Mitnehmen einladender, wenn sie in einem Origami-Kästchen liegen oder auf einer Baumrinde aufgestellt sind?

2. Feedback bei den falschen Leuten einholen

Ja, deine Eltern und Freunde finden dein Produkt richtig klasse und sehr wahrscheinlich sind sie auch ein Teil deiner Käufer. Aber (!), wenn du wirklich wissen möchtest, ob dein Produkt auch am echten Markt Absatz findet, musst du in den direkten Kontakt mit deinen Kunden treten. Sie sind die einzig wirklich wichtige und zugleich objektive Instanz, die du um Feedback bitten solltest.

Sind Kunden unzufrieden mit der Leistung deiner selbstgemachten Ware, lassen sie es dich spüren, hart aber fair. Nimm Kritik nicht zu persönlich, sondern sehe es als Chance dich weiter zu entwickeln. Sei dankbar für jegliche Hilfestellungen und Anregungen, niemand wird so ehrlich zu dir sein wie unzufriedene Kunden. Also nutze die Gelegenheit, sammle Kritikpunkte und Verbesserungsmöglichkeiten, frage aktiv nach Verbesserungen und zeige, dass du an dir arbeitest. Bekommst du z.B. eine weniger gute Bewertung in einem Online-Shop, geht es nicht darum diese Kommentare zu löschen, sondern darum zu zeigen, dass du an dir arbeitest und dir Kritik zu Herzen nimmst. Kritik sollte also immer ein Ansporn für dich sein.

Kunden zuhören

3. Sich aus Angst vor Nachahmern lieber verstecken

Dank des Internets sind Ideen sehr schnell kopiert. Deswegen favorisieren einige der kreativen Kleinserienhersteller den Weg, ihre Produkte ausschließlich über Kreativmärkte zu verkaufen. Dort ist es schön überschaubar und die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass dich jemand kopiert. Diese Sichtweise mag für einen Kreativen, der den Verkauf seiner Unikate hobbymäßig ausführt ein gangbarer Weg sein. 

Für all jene, die von dem Verkauf ihrer Produkte leben möchten, lautet aber die Devise: Raus in die große Welt, zeigt euch! Ihr müsst euer Label bekannt machen und den Markt quasi durchdringen. Nur so könnt ihr euer Label langfristig schützen. Erst wenn Kunden eure Produkte mit eurem Label assoziieren, habt ihr einen Wiedererkennungswert geschaffen, der von Nachahmern nicht so schnell imitiert werden kann. Ohnehin ist Angst die schlechteste Entscheidungsgrundlage.

4. Rechtliche Aspekte ausblenden bzw. zu spät angehen

Zahlen und Fakten zählen zwar nicht zum Lieblingsgebiet der meisten Kreativen, sind allerdings Teil des Gewerbes. Der Traum des Kreativen ist es von Selbstgemachtem, das als Hobby angefangen hat, leben zu können. Um das Umsetzen zu können, müssen sich kreative Selbstständige mit den Rahmenbedingungen ihres Verkaufes befassen. Damit gehst du nicht nur möglichem Ärger und unnötigem Stress aus dem Weg, sondern du kannst durch das Gelernte und dein Know-how auch beim Kunden durch Professionalität und Seriosität glänzen, da keine rechtlichen Fragen im Raum stehen. Du merkst also, es gibt kein Spiel ohne Spielregeln.

5. Zu wenig Gedanken zum Alleinstellungsmerkmal machen

Es ist wichtig klar zu kommunizieren, was dein Produkt leistet, wofür du stehst und worin der Unterschied zu Wettbewerbern liegt. Sei keine zweite Ausgabe von jemand anderem und kopiere Ideen oder Konzepte, sondern schaffe dein eigenes Label aus eigenen Gedanken und Vorstellungen. Dein Alleinstellungsmerkmal zeichnet dich und deine Produkte aus, lass also nicht zu, dass der Preis dein Trumpf im Wettbewerb wird. Es wird immer jemanden geben, der ähnliche Leistung günstiger anbietet, deshalb solltest du einen anderen Punkt finden, der ausdrückt, was deine Produkte von anderen abhebt. Erwähne nicht nur dein Produkt als solches, sondern zeige potentiellen Kunden besonders den Nutzen und Mehrwert, den es für einen Käufer hat. 

USP finden

6. Unrealistische Erwartungen an sich selbst haben

Viele Kreative sind der Meinung, wöchentlich neue Ideen und Produktkonzepte entwickeln zu müssen. Die Ausarbeitung und Umsetzung dieser Einfälle ist mit großem Aufwand und zusätzlichen Kosten verbunden. Aus wirtschaftlicher Sicht lohnt es sich daher mehr, eine oder ein paar wenige Ideen konsequent und innovativ auszubauen und diese dann in großer Stückzahl zu verkaufen. Setz dich nicht selbst unter Druck, indem du dir Deadlines bis zum nächsten Geistesblitz setzt und an einer Idee festhältst, die nur schwer umsetzbar ist. Bleibe mit Erwartungen an dich selbst realistisch.

Qualität und Hochwertigkeit sind ohne Zweifel wichtige Faktoren für den dauerhaften Erfolg eines Produktes. Es geht jedoch nicht nur darum, Qualität zu bieten, sondern diese auch wertzuschätzen und hervor zu heben. Erkenne den Wert und den Nutzen deines Produktes an und verlange den Preis, den es verdient. Kalkuliere deinen Preis fair – nicht nur für Kunden, sondern auch für dich, verkaufe deine Unikate nicht unter Wert. Die Preise senken kannst du im Nachhinein noch durch kurzfristige Rabatte oder ähnliches, den Preis zu heben, wird von Kunden weniger akzeptiert.

Vergiss nicht: Fehler sind ein Beweis dafür, dass du dich entwickelst!

Was haltet ihr für typische Fehler beim Verkauf von Selbstgemachtem? Aus welchen Fehlern habt ihr gelernt?
CC 1.0 Bilder von Ryan McGuire