Mittwoch, April 29, 2015

Das Hobby nicht zum Beruf werden lassen: kann das glücklich machen?

Freulein Yvonne Ziegler
Yvonne Ziegler alias Freulein hat mal ein ganz anderes Produkt im Verkauf: Flachfrauen. Im Interview erzählt sie uns, wie sie ihr Hobby nicht zum Beruf werden lässt und warum es genau das ist, was sie glücklich macht.

Stell dich doch kurz vor, wer bist du und was machst du?

Ich bin Yvonne - Freulein Yvonne - 27 und bin seit 3 Jahren Bloggerin, daraus hat sich 365 entwickelt, dabei habe ich ein Jahr lang jeden Tag etwas Kreatives gemacht. Daraus ist jetzt 1-mal pro Woche geworden durch meinen Shop. Ich habe dann versucht meine Sachen szenetypisch auf Konzerten und Festivals zu verkaufen und das funktioniert toll. Meinen Online-Shop habe ich seit 2 Jahren.

Du machst „Flachfrauen“. Wie bist du auf diese Idee gekommen?

Wir gehen ja selbst viel auf Festivals, und obwohl ich kein großer Schnapstrinker bin, finde ich es einfach nett, wenn ich meine eigenen Sachen dabei habe. Ich hatte einen kleinen Flachmann aus Edelstahl dabei, der so nicht zu mir gepasst hat. Dann hatte ich noch Stoff zu Hause und kam auf die Idee, etwas drum zu nähen und ihn so schön zu gestalten, wie ich es möchte. Unterwegs kamen dann Leute auf mich zu, weil sie es schön fanden, und haben nach meiner Email-Adresse gefragt und individuelle Wünsche geäußert und so hat sich das entwickelt und momentan habe ich 40 verschiedene Flachfrauen im Online-Shop.

Wie hast du angefangen deine Produkte zu vermarkten? Du hast ja dein Blog, indem du sehr viel zu erzählen hast. Dann der Shoplaunch. Wie bist du weiter vorgegangen, um Kunden zu gewinnen?

Ich hatte Flyer und Visitenkarten und habe sie selbst in den Läden, in denen ich unterwegs bin, ausgelegt. Auch die Vernetzung über die Blogs ist relativ einfach, da die Leute wissen wollen, wer was schreibt. Außerdem war ich viel unterwegs, gerade auf Kreativmärkten. Das habe ich aber nicht von Anfang an gemacht, sondern zu Beginn war ich auf Konzerten und Festivals, da ich die Atmosphäre mit der Musik und die Entspanntheit der Leute, die feiern wollen, mag. Ich erlebe den Unterschied auf Kreativmärkten, dass die Leute gezielt einkaufen gehen, besonders für Geschenke und nicht für sich selbst, das finde ich total schade. Aber so mache ich das auch, wenn ich mich umsehe, ich überlege, wem ich was mitbringen könnte.

Als du deinen Online-Shop eröffnet hast, hast du da ein Gewerbe angemeldet?

Ja, ein Kleingewerbe, da ich das nebenberuflich mache. Hauptberuflich bin ich Sozialpädagogin und leite seit 3 Jahren ein Jugendhaus.

Welche Herausforderung hattest du bei der Anmeldung bzw. Eröffnung deines Gewerbes? 

Ich bin nicht der Typ, der gerne Paragrafen liest, da mir die Lust dazu fehlt, mich in Dinge einzulesen. Mir wäre es lieber, wenn mir jemand erzählt, worum es geht. Das war die größte Herausforderung, den inneren Schweinehund zu überwinden, um sich damit und z.B. mit der Steuererklärung oder der Kostenkalkulation zu beschäftigen. Eben der bürokratische Rattenschwanz, der mit dran hängt, das ist das Nervigste. So geht es denk ich Vielen, da wir alle etwas anderes wollen: das Unkomplizierte.

Wann hast du angefangen in Fachvermietungen zu verkaufen?

Ich verkaufe momentan in keinen Fachvermietungen mehr. Im Walfisch war ich ein halbes Jahr und in Herzogenaurach, aber leider hat sich für mich herausgestellt, dass das nicht meine Zielgruppe war. Ich war ganz am Anfang mit einem komplett anderen Sortiment, das zu aufwendig und zu kostenintensiv war, in der Fachmarie.

Freulein Flachfrau

Wie sind deine Erfahrungen mit Fachvermietungen? Würdest du Kreativen empfehlen, ihre Produkte dort auszustellen?

Ich würde auf jeden Fall raten, sich darauf einzulassen und es mal auszuprobieren. Es ist zwar ein Risiko, das man eingeht, aber es rentiert sich am Anfang im Gegensatz zu einem eigenen Laden. Man muss eben aufpassen, wie hoch man mit dem Preis geht. Ich kann nachvollziehen, wenn Fachvermietungen z.B. 40% Provision verlangen, aber ich bin nicht bereit, das auf meine Produkte aufzuschlagen. Bei mir ist es auch unrealistisch, da ich in Fachvermietungen und im Online-Shop keine unterschiedlichen Preise möchte.

Worauf sollten Kreative deiner Meinung nach bei der Preiskalkulation achten?

Wenn wir ehrlich sind, verlangen wir alle keinen Stundenlohn, sonst sieht die Preiskalkulation anders aus. Ich gestalte meine Preise, indem ich überlege, was ich dafür ausgeben würde. Dann frage ich Freunde, was sie dafür ausgeben würden und meistens finden wir dann irgendetwas dazwischen. Die Leute würden meistens mehr zahlen als man selbst, da man weiß wie viel Arbeitszeit man braucht, wie viel das Material kostet und wie hoch der Aufwand ist. Ich glaube dennoch, dass der Preis oft darunter liegt, was andere Leute bzw. Kunden dafür zahlen würden, deswegen lohnt es, jemanden zu fragen.

Welches Konzept favorisierst du bei Fachvermietungen und warum?

Ich favorisiere eine Provision, weil ich nachvollziehen kann, dass die Menschen, die sich mit dem Produkt auseinandersetzen und etwas auf Provision verkaufen einen ganz anderen Bezug zu dem Produkt haben und sich damit intensiviert auseinandersetzen. Du musst ja etwas verkaufen, und da du eine Gewinnbeteiligung hast, ist der Anreiz groß. Die Person, die das Fach vermietet, ist ja Dienstleister sowohl für den Kreativen als auch für den Kunden. Das ist sicher ein harter Job und durch den Druck, den man hat, keine schöne Position.

Beziehst du deine Stoffe aus Deutschland? Ich habe gelesen die sind beim Zoll.

Ja, ich vermisse ein großes Stoffpaket, das steckt gerade irgendwo dazwischen. Ich beziehe meine Stoffe aus Japan, jedes Mal ein Ultra-Terror und total anstrengend. Es sind eben keine Stoffe, die es auf dem Stoffmarkt nebenan gibt, sondern sie sind sehr ausgefallen, außerdem muss man keine riesigen Mengen abnehmen.

Hast du einen Rhythmus, indem du produzierst oder machst du das einmal im Monat?

Genau, ich mache das meistens an 4 aufeinanderfolgenden Tagen oder an einem Wochenende. Ich setze mir kein Ziel, wie viele ich dann machen möchte. Ich mache es ja aus Spaß, und wenn ich keine Lust mehr habe, stelle ich die Nähmaschine weg. Ich möchte mir keinen Druck dahinter machen, ansonsten verliere ich den Bezug dazu, worum es mir eigentlich geht. Ich finde es dann auch in Ordnung auf einen Markt zu gehen, auf dem ich nicht so viel verkaufe, der dafür aber wunderschön war, also ich möchte nicht davon abhängig sein. Natürlich hätte ich gerne einen eigenen Laden, aber es ist für mich unrealistisch, weil es für mich mehr Hobby als Arbeit ist.


Yvonne Ziegler

Alle Bilder © freulein

Donnerstag, April 23, 2015

Thema Nähen: Wie du dich abhebst und was Kreativmärkte wirklich bringen

Tasche selbstgemacht
Das Thema Nähen haben wir im Magazin bisher nur vage angerissen. Mit Sonja König alias fairy stories bekommt ihr nun einen super Einblick, ob sich Kreativmärkte lohnen, ob Sonja bereits von ihrer Arbeit leben kann und wo sie eigentlich ihre Stoffe bezieht. 

Liebe Sonja, würdest du gerne in einer Märchenwelt leben oder warum heißt dein Label „fairy stories"?

Nein, eher weniger in einer Märchenwelt. Der Name kommt daher, dass meine Taschen mich auch beim Herstellen und Planen verzaubern und das gepaart mit Geschichte, also einem Prozess, der sich weiterentwickelt und der zu etwas vollständigem Ganzen wird, ergibt die Kombination.

Magst du dich kurz vorstellen, wer du bist und was du machst?

Ich bin Sonja, ich bin 26, habe Marketing studiert und mache jetzt seit 2010 mein kleines Label und möchte das gerne ausbauen und weiter machen.

Als du dein Gewerbe angemeldet hast, auf welche Herausforderungen bist du gestoßen?

Ich habe viel recherchiert, ein Buch vom Finanzamt besorgt. Der Prozess der Gewerbeanmeldung ist eigentlich ziemlich einfach, man geht hin und sagt, was man machen möchte. Ich denke da ist beim Gewerbezweck wichtig, etwas relativ weit Gefasstes anzugeben. Zum Beispiel sollte man Herstellung und Handel angeben, auch wenn man das nicht macht, aber sollte der Fall kommen, in dem man das machen möchte oder machen muss, ist man abgesichert.

Wie sind deine Erfahrungen mit Kreativmärkten?

Ich habe da super Erfahrungen gemacht, ich kann es jedem nur empfehlen. Der direkte Kundenkontakt, die Kommunikation, das Sammeln und Bekommen von Feedback und Kontakt mit den Leuten zu haben, die interessiert sind oder etwas kaufen, ist für mich das Schönste.

Lohnt es sich finanziell auf einen Kreativmarkt zu gehen?

Das ist immer schwierig. Ich würde sagen, wählt man einen Markt zur richtigen Jahreszeit, also gegen Weihnachten z.B., dann ja. Wenn du zu Märkten gehst, an denen keine bestimmten Festivitäten stattfinden, lohnt es sich rein kalkulatorisch eher weniger. Ich denke Ostern ist mehr in den Mittelpunkt gerückt und die Leute geben an Ostern mehr aus, deswegen sind Märkte um Ostern und Weihnachten die Bringer.

Welche anderen Marketinginstrument nutzt du neben Kreativmärkten?

Die ganze Social Media Palette ist natürlich Pflicht und auf den Online-Marktplätzen werden diverse Werbemöglichkeiten geboten. Ansonsten gehe ich mit den Produkten raus, trage sie und komme mit Leuten ins Gespräch. Ich denke, es wird unterschätzt, was Mundpropaganda ausmacht, meiner Erfahrung nach ist es die beste und günstigste Art der Werbung. Gelieferte Qualität wird weitererzählt und das ist mir auch sehr wichtig. Es ist zwar schwer zu lenken, aber man muss eben raus gehen, zeigen und reden, dabei geht es nicht darum, jemanden etwas aufzureden oder aufzudrängen. Sobald man ins Gespräch kommt, hat der potenzielle Kunde keinen Zwang etwas zu kaufen, sondern es ist eine Diskussion oder Unterhaltung unter Freunden oder Bekannten und man lernt sich einfach kennen und wenn jemand kein Interesse hat, ist das auch in Ordnung, dann hat man sich eben unterhalten.
Sonja König Mäppchen

Es gibt ja total viele Social Media Plattformen. Was würdest du sagen, welche ist für deine Nähprodukte die beste?

Klar, Facebook ist ein Muss. Ich muss aber ehrlich gestehen: Ich bin noch nicht so weit, aber Pinterest ist auch ein Muss. Ich bin gerade dabei, da etwas aufzustellen und das würde ich jedem empfehlen. Flickr hat meiner Meinung nach ein wenig an Bedeutung verloren. Google Plus ist in dem Sinne wichtig, in der Google-Suche gefunden zu werden. Ich bezweifle, dass viele Leute dort suchen, aber um gefunden zu werden ist Google Plus sehr wichtig. Instagram ist meiner Meinung nach eher für den privaten Sektor geeignet.

Wie lange benötigst du, um ein genähtes Produkt zu bewerben und vorzustellen?

Ich kann da leider keine Zahlen nennen. Es ist schwierig zu beurteilen, man kriegt gar nicht mit was man alles macht. Man macht den ganzen Tag etwas und ist immer in irgendeiner Weise dran, aber keiner sitzt mit der Stoppuhr daneben und achtet darauf. Ich sitze auch manchmal bis abends 22:00 Uhr und beantworte Mails oder stelle Posts online, das ist fließend und im Alltag immer gegenwärtig. Ich kann da keine Stunden nennen, es ist immer präsent, aber ich nehme es auch nicht immer als Arbeitszeit wahr, weil es Spaß macht. Das macht es auch einfach als einen Job, in dem ich 40 Stunden bin und dann froh bin, meinen Stift hinzulegen und die Arbeit zu beenden.

Du hast ja bisher online verkauft und über Kreativmärkte, über Fachvermietungen allerdings weniger. Was hat dich bisher davon abgehalten?

Man unterschätzt, wie lange es dauert, ein Label aufzubauen und wie lange es dauert, mit sich, seiner Kreativität und seinem Kopf an dem Punkt zu sein, an dem man sagt: Das ist es, das ist mein Produkt, damit fühle ich mich wohl und damit gehe ich raus. Da sind manche schneller, manche weniger schnell, bei mir hat es eben ein bisschen länger gedauert bis ich so weit war. Daher würde ich sagen, standen Fachvermietungen bisher noch nicht im Fokus, was jetzt aber immer mehr kommt, da ich den stationären Einzelhandel schätze und der Kunde dadurch die Möglichkeit hat anzufassen, sich umzuhängen, rein zu schauen, durchzustöbern und auch wirklich das Produkt anzuschauen. Im Internet ist das schwieriger, man sieht die Ware zwar, aber kann sie nicht anfassen, darum ist denke ich der stationärer Einzelhandel immer wichtiger.

Wie findest du deine Lieferanten?

Einen großen Teil über das Internet, ich kaufe bei Lieferanten ein, die eigentlich nichts mit Kreativen zu tun haben. Es ist allerdings schwierig mit diesen zu kommunizieren und ihnen zu vermitteln, was man will, da sie aus einem komplett anderen Bereich kommen. Trotzdem finde ich in diesen Nischen die Produkte, die ich brauche.

Es nähen ja viele Kreative, was das Angebot und den Markt nahezu übersättigt. Was denkst du, wie kann man sich als Labelstarter in diesem Bereich abheben? Worauf sollte man achten, wenn man selbstgemachte Nähprodukte verkaufen will?

Meiner Erfahrung nach sollte man nicht versuchen, dem Trend nachzulaufen. Versuche das zu machen, womit du dich wohlfühlst und zeige es den Leuten. Versuche nicht verzweifelt zu verkaufen, sondern eher etwas zu machen, was du liebst und das rüber zu bringen, das ist meiner Meinung nach viel mehr wert als einem Trend nachzueifern.

Erstellst du deine Schnittmuster selbst oder suchst du sie im Internet? Wie gehst du da vor, um deine individuellen Taschen zu nähen?

Das ist komplett alles Selbst von mir. Das hat zum einen den Grund, dass das Ich bin, meine Entwürfe und die Umwelt um mich, die mich beeinflusst. Zum anderen finde ich es unfair den Leuten Schnittmuster zu klauen oder nachzumachen, die sich Gedanken darüber gemacht haben, es online stellen oder es aus einem Schnittmusterbuch haben. Diese Schnittmuster einfach nachzumachen, zu verkaufen und als etwas Eigenes darzustellen, ist nicht nur verboten, sondern auch sehr unfair, da die Kreativen auch Zeit, Kreativität und vielleicht Geld investieren.

Wenn du den Preis für deine Taschen berechnest oder kalkulierst, wie machst du das?

Das ist total komplex, ich denke nicht, dass es ein Richtig und ein Falsch gibt, es ist aber wichtig anständig zu kalkulieren. Also wirklich die Kosten, die man hat zu notieren, zusammenzuzählen und wirklich die Materialien und die Arbeitszeit mit einrechnen. Dabei sollte man ehrlich zu sich selbst sein, ich kenne das, dass man sich sagt „ach, die halbe Stunde ist ja egal“, aber damit betrügt man sich nur selbst. Die Kosten sollte man betrachten, da es auch sehr viele Kosten sind, die auf einen zu kommen, die der Kunde nicht sieht. Ich muss z.B. 19% im Laden schon abgeben und muss Miete für Fachvermietungen zahlen. Es wird mehr und mehr, auch wenn der Kunde sie nicht sieht, sind sie da.

Kannst du vom Verkauf deiner Taschen schon leben?

Nein, da muss ich ehrlich sagen, dass ist momentan noch nicht möglich. Es wäre aber mein großer Traum. Dafür bedarf es denk ich mehr Bekanntheit und die Möglichkeit, mehr verkaufen zu können und die Verkäufe zu steigern.

Was ist dein Tipp für Kreative?

Sei du selbst, was machst du liebst und was dir in den Kopf komm. ABER: kalkuliere anständig, achte auf deine Kalkulation, betrachte alle Kosten, betrüge dich nicht selbst und probiere es einfach aus.

Sonja König Fairy Stories
Sonja König

Mittwoch, April 15, 2015

Wie du mit Verkaufsabenden deinen Kundenstamm erweiterst

Für die kleinen Herzen Juliane Koch
Im Interview erzählt Juliane Koch alias "Für die kleinen Herzen" wie sie mit Verkaufsabenden neue Kunden gewann und welche Vorteile sie in dieser Form des Vertriebs sieht.

Liebe Juliane, erzähl uns wer du bist und wie lange es nun „Für die kleinen Herzen“ schon gibt?

Hallo, ich bin Juliane und ich habe 2 bezaubernde Kinder. "Für die kleinen Herzen" gibt es jetzt seit einem Jahr. Ich selbst habe mit dem Nähen zum 1. Geburtstag meiner Tochter angefangen, da sie dringend einen Rucksack für die Tagesmutter brauchte, ich die, die es zu kaufen gab aber alle nicht so schön fand. Nach und nach habe ich immer mehr versucht. Kleider oder aber auch einen Mantel (dieser wurde übrigens nie angezogen, obwohl er sooo toll ausgeschaut hat).

Du verkaufst auf ezebee. Welche Erfahrungen hast du dort gemacht?

Es kamen immer öfter Anfragen von Freunden und Mamas aus der Umgebung, sodass ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt habe. Dawanda fand ich zu überlaufen, also habe ich Ezebee ausprobiert. Ich muss sagen, dass Ezebee eine tolle Plattform für Kunst, Holzarbeit usw. ist, aber leider (noch) nicht für selbst genähte Kindermode, diejenigen die so etwas suchen gehen halt doch zu Dawanda…

Wie bist du zu Verkaufsabenden gekommen und was ist das überhaupt?

Eine Mama aus dem Kindergarten erzählte mir, dass sie Verkaufsabende macht und diese ein richtiger Erfolg seien. Also warum nicht, ausprobieren kann man es ja mal. Ich, gerade frischgebackene Mama von Kind Nr. 2, nahm also meine genähten Sachen (damals ein Ballonkleid und drei Kulturtaschen) mit zum Delfi Kurs, um sie in der Babygruppe zu präsentieren. Ich hatte mir vorher schon einen Ordner angefertigt, wo ich Bilder meiner vorherigen Arbeiten drin hatte. An diesem Tag habe ich meinen ersten offiziellen Auftrag bekommen.
Vier Mamas aus der Runde haben zusätzlich einen Verkaufsabend verabredet. Und ja, seit dem läuft es. Es ist wichtig, dass sich die Verkaufsabende erweitern.

Juliane Koch Für die kleinen Herzen

Wie würdest du anderen empfehlen für ihre Verkaufsabende zu werben?

Ich habe beispielsweise andere Mamas im Kindergarten angesprochen, ob sie nicht auch Lust hätten teilzunehmen. Daraus sind dann eigene Runden mit eigenen Freunden geworden. Somit wurde der Kreis immer größer. Es ist toll im Kindergarten so viele Kinder zusehen, die mit meinen Schalmützen rumrennen (natürlich alle im unterschiedlichen Design).

Auch auf Handwerksmärkten, wo ich verkauft habe, habe ich mit meinen Produkten Werbung für mich gemacht und meine Flyer verteilt. Da ich auch dort meine Stofftafeln mit hatte, konnte ich Bestellungen annehmen und auch daraus hat sich ein neuer Kundenkreis ergeben. Wichtig ist, sich dem Kundenkreis anzupassen.

Parallel habe ich mir eine Seite bei Facebook aufgebaut. Dort zeige ich meine neuesten Werke, die ich für meine Kunden genäht habe und nicht selten kommt daraufhin eine neue Bestellung reingeflattert.

Vor knapp 2 Wochen ging nun meine eigene Website samt Blog an den Start. Das ist nun mein neuestes Projekt. Mal schauen, wie das so anläuft ;-)

Wie läuft ein Verkaufsabend in der Regel ab? 

Das können sich meine Kunden aussuchen. Ich habe in meinem Nähzimmer auch eine Couch und genügend Platz dort meine Sachen zu präsentieren. Genauso gehe ich aber auch zu den Kunden. Dann breite ich mich entweder auf dem Fußboden aus oder auf dem Esstisch. Ich bringe Stoffproben mit und dann kann gleich vor Ort entschieden werden, welches Kleid in welcher Größe und welchem Stoff usw.

Dazu gibt es dann Knabberzeugs und einen Sekt (achtet darauf, dass ihr nichts Fettiges oder Schokoladiges anbietet, sonst riskiert ihr Flecken auf euren Sachen).

Ich schreibe mir die Wünsche auf und fange an zu nähen. Sobald das Kleid fertig ist melde, ich mich beim Kunden und wir verabreden uns. Erst dann wird bezahlt (außer es gibt andere Wünsche).

Wenn du die Zielgruppe von Verkaufsabenden beschreiben solltest, wie sieht sie aus? 

Ja, bei den Verkaufsabenden sind meistens die Mütter da. Ich versuche so, einen Verkaufsabend auch ohne Kinder zu organisieren. Wir hatten schon mal ein Verkaufsfrühstück, das ging total nach hinten los. Ein Kind hatte Fieber und natürlich keine Lust auf die Anprobe. Ein anderes hatte keine Lust mit den anderen Kids zu spielen und wollte lieber zu Mama auf den Schoß, also lieber eine Uhrzeit wählen, wo die kleinen bereits schlafen und die Mama entspannt ist und Zeit hat.

Wie sollte man sich auf einen Verkaufsabend vorbereiten?

Man sollte Genähtes in den passenden Größen da haben. Es fällt einem Kunden leichter sich das eigene Kind darin vorzustellen, wenn du ungefähr die Größe da hast und nicht nur fünf Nummern größer, das schreckt ab und wird gar nicht richtig wahrgenommen.

Wie ist deine Erfahrung mit Kreativmärkten? 

Ich finde Kreativmärkte toll. Man lernt neue Leute kennen, ob es sich lohnt, hmm… wenn man die Zeit, die man dort steht, in Arbeitsstunden umrechnet und die Standgebühren, da muss man schon ordentlich verkaufen.

Aber für mich zählt die gute Stimmung, die Werbung die man damit für sich macht und die Leute. Es gibt nix Schöneres, als wenn jemand ein Kleid in der Hand hält und sagt: „Oh nein, wie schön.“ Das ist ein tolles Kompliment.

Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Einblick in meine Welt verschaffen und freue mich natürlich wenn auch du mal auf meiner Website vorbeischaust.


Juliane Koch

Montag, April 13, 2015

Tipps und Ideen: So werden deine Produkte zum Mittelpunkt der Fachvermietung

Kreativkaufhaus Berlin
Deine Unikate hergestellt - Check     Label gegründet - Check     Passende Fachvermietung gefunden - Check

Super, dann steht dem Einrichten deines Faches und dem Verkauf deiner selbstgemachten Lieblingsstücke ja nichts mehr im Weg. Die richtige Präsentation von Waren ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um den Verkauf zu fördern. Du hast in der Hand, ob und wie Kunden deine Produkte wahrnehmen, also nutze die Chance und mache dein Fach zum Eyecatcher.

Hier findest du hilfreiche Tipps, wie du deine Produkte am besten in einer Fachvermietung präsentierst. Inspiration für Displays und kreative Dekorationsmöglichkeiten für selbstgemachten Schmuck, Kleidung, Mützen und Hüte, Kissen, Taschen, Postkarten und vieles mehr für dein Fach findest du unter:

Das Produkt

Natürlich sind deine Produkte die wichtigste Ausstattung deines Faches, setze sie deshalb gezielt in Szene und lasse Highlights entstehen. Einfach hinlegen und tot stellen sollen sich deine Produkte ja nicht. Hebe sie z.B. durch unterschiedliche Höhen voneinander ab, baue Displays für deine Schätze und stimme die Farbkombinationen aufeinander ab. Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, ganz einfach und günstig wundervolle Displays zu bauen, die sofort ins Auge stechen und deine Produkte mit kreativem Glanz unterstreichen. Achte außerdem darauf, dass deine Waren weder defekt, noch verschmutzt sind.

Die Visitenkarte

Aus den Augen, aus dem Sinn. Damit das nicht passiert und Kunden Kontakt zu dir aufnehmen können, ist es wichtig, dass du genügend Visitenkarten in dein Fach legst. Interessierte Kunden haben dann die Möglichkeit sich in Ruhe über dich und dein Label auf deiner Website, deinem Blog oder deinem Onlineshop zu informieren und eventuell Produktwünsche zu äußern.
Unbedingt darauf schreiben solltest du deinen Namen, den Namen des Labels, Emailadresse, Adresse der Website oder des Shops und deine Telefonnummer mit Sprechzeiten für Fragen. Die Gestaltung der Visitenkarte ist natürlich dir überlassen, es gibt etliche Online-Anbieter und Copy Shops, die Visitenkartendruck anbieten.

Visitenkarte Origami
Das Tutorial für den Visitekartenhalter findest du hier bei How about Orange

Überblick schaffen

Weniger ist manchmal mehr – Gleiches gilt auch bei der Dekoration deines Faches: Ist dein Fach zu überladen mit deinen selbstgemachten Produkten, fällt es Kunden schwer den Überblick über die angebotenen Waren zu behalten. Indem du deine Produkte in unterschiedlichen Höhen präsentierst, schaffst du eine Art Landschaft, in der jedes deiner handgemachten Stücke zur Geltung kommt. Optimal ist dabei, wenn du zwischen Produkten eine Lücke zum Greifen lässt, dadurch wird dem Kunden signalisiert, dass bereits Kunden zugegriffen haben.

Achte von Anfang an auch darauf, dass nicht zu wenig Auswahl im Fach ist. Eine Auswahl verschiedener Produkte (auch in verschiedenen Preiskategorien) ist wichtig, damit für verschiedene Zielgruppen etwas dabei ist. Zeige deine Produktvielfalt, indem du verschieden Formen, Größen, Farben und Muster in deinem Fach unterbringst. Gerade Produkte, die sich als „Mitbringsel“ und kleine Geschenke eignen, sind in Fachvermietungen genau richtig aufgehoben.

Sind deine Produkte gut sortiert und organisiert, werden diese besser wahrgenommen und deren Eigenschaften werden besser beurteilt. Kunden können produktspezifische Informationen leichter wahrnehmen, was zu einem positiven Gefühl beim Kunden und damit zu mehr Kaufbereitschaft führt.
Die Fachvermieter sind direkt am Kunden und können dir hilfreiches Feedback geben. Sie teilen dir mit, welche Produkte z.B. oft angesehen, aber nicht gekauft werden. Diese Informationen können dir helfen, deine Produkte zu optimieren und auf die Wünsche und Vorlieben von Kunden einzugehen.

Das Preisschild

Zur Präsentation deiner Arbeiten gehört auch die Betonung des Preises. Zeichne jedes Produkt von der Zugriffsseite aus gut sichtbar, gut lesbar und ordentlich mit Preisen aus. Binde z.B. ein kleines Etikett daran, stelle ein kleines Schildchen daneben oder klebe ein Etikett an die Verpackung. Der Fantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, solange der jeweilige Preis deiner Ware leicht erkenntlich zugeordnet werden und der Preis nicht leicht vom Produkt abfallen kann.

Preisschild Marmelade
Die kostenlose Vorlage gibt es hier bei Papercrave


Und nun, schnell zu unserem Inspirationsboard. Folgt unserem Board auf Pinterest und ihr werdet ganz automatisch über neue Pins informiert.

 https://de.pinterest.com/Kreativbuehne/einrichtungsideen-vom-fach 


Dienstag, April 07, 2015

NUMADE: die neue Online-Präsentationsplattform für unabhängige Labels

 NUMADELiebe Lina, was ist Numade?

NUMADE ist eine Online-Präsentationsplattform für (Jung)-Designer, unabhängige Labels und Handmade-Schaffende.

Und wer bist du und dein Team?

Ich bin eine 30-jährige Kommunikations- und Kulturwissenschaftlerin, die zur Zeit einen Master in Medienwissenschaften absolviert. Das ist auch der Grund für meine Hannover-Adresse, gebürtig komme ich aus Hamburg. NUMADE habe ich allein gegründet, erhalte aber Unterstützung von einem tollen Team – einem Netzwerk aus Grafikern, Programmieren und „PR-Menschen“. Indirekt zum Team gehören wunderbare Freunde und die Familie, die mich bei meinem StartUp mental unterstützen, aber auch babysitten oder mir beim Kaffee neue Inspiration und Kraft geben.

NUMADE Lina

Welches Problem löst Numade?

Wir wollen unbekannte Labels bekannt machen. Es gibt tolle Online-Verkaufsplattformen und einfache Online-Shop-Lösungen, aber noch keine Seite oder keinen Newsletter, der die PR der Designer übernimmt. Wir wollen eine übersichtliche Seite schaffen, die schnell die neuesten Handmade-Produkte zeigt. Dabei geht es nicht um Verkaufsschlager, sondern um die Produktpräsentation. Es gibt bereits Blogs, die genau solche Menschen vorstellen.

Bei uns liegt das Augenmerk auf den Bildern und dem schnellen Überblicken der News. Redakteure haben keine Zeit, lange Blog-Texte zu lesen, sondern benötigen übersichtlichen Input, um schnell entscheiden zu können, ob ein Produkt gut für einen Artikel ist und in die nächste Ausgabe passt. Deswegen ist es wichtig, dass die Produkte und vor allem die Bilder hochwertig sind.

An welche Zielgruppe richtet sich Numade?

Einerseits sind unsere Zielgruppe Designer, Kreative, Künstler und Ladenbesitzer, die bei uns ihr Portfolio präsentieren können. Auf der anderen Seite sind die Presse (Redakteure, Journalisten, Blogger), Stylisten, Fotografen und Design-Interessierte die Zielgruppe unseres Newsletters.

Es ist ja eher ungewöhnlich, dass Jungdesigner und Kreative für die Präsentation ihrer Waren auf einer Homepage Geld bezahlen sollen, obwohl es zu keinem direkten Verkauf kommt. Warum sollten sich Jungdesigner, Handmade-Schaffende und unabhängige Labels dennoch bei euch listen lassen?

Das ist unser Hauptproblem. Denn das Bezahlen für eine reine Dienstleistung ohne physisches Produkt ruft doch eher Skepsis hervor. Besonders schwer ist der jetzige Einstieg, da wir ohne Online-Seite keine Zahlen und Klicks liefern können. Wir stellen einen Server zur Verfügung auf dem Bilder und Informationen der Designer gehosted werden. Außerdem kreieren wir monatlich einen Newsletter in dem neue Produktreihen vorgestellt werden. Die Chance, dass ein Journalist eine E-Mail eines einzelnen Designers öffnet ist gering. Da wir unterschiedliche Labels aus den Bereichen „Fashion“, „Living“ , „Paper“ und „Art“ präsentieren, können wir umfangreiche Newsletter versenden.


Handelt es sich um einen monatlichen oder um einen Jahresbeitrag? Wie hoch ist dieser? Gibt es eine Mindestlaufzeit?

Bis September diesen Jahres kann eine Mitgliedschaft für sechs Monate für 10€ beziehungsweise 24€ abgeschlossen werden. Möchte man in diesen sechs Monaten regelmäßige neue Bilder in unserem Newsletter präsentieren, kostet dies im Premium-Tarif 24€/6 Monate. Möchte man lediglich ein Profil mit seinem Logo und Kontaktdaten auf Numade anlegen, kostet dies im Basic-Tarif 10€/6 Monate.

Nach unserer „Probezeit“ liegt der Monatsbeitrag dann bei 5€ für den Basic-Tarif und bei 12€ für den Premium-Tarif. Die Mitgliedschaft kann jederzeit zum Ende eines Monats gekündigt werden. Je länger der Vertrag abgeschlossen wird, desto geringer ist der monatliche Beitrag.

Ich habe mich auf Numade angemeldet. Wie funktioniert die anschließende Vermittlung?

NUMADE Prozessablauf

Hat der Designer sich angemeldet, erscheint er mit seinen Produkten einmalig in dem nächsten Newsletter, unabhängig davon, welchen Tarif er gewählt hat. Danach beinhaltet die Basic-Mitgliedschaft ein Profil auf der Internetseite. Die Premium-Mitgliedschaft erlaubt es, jeden Monat bis zu vier neue Produktmotive hochzuladen, die im jeweils aktuellen Newsletter präsentiert werden.

Die Newsletter-Abonnenten schreiben im besten Fall über einen unsere Designer. Der Kontakt und die Daten- sowie Bildabfragen können über NUMADE laufen. Es kann natürlich auch sein, dass der Designer direkt kontaktiert wird. Darauf habe ich keinen Einfluss. Wichtig ist, dass Labels unserer Seite in der Presse oder in Fotoproduktionen erscheinen – natürlich immer in Rücksprache mit dem Urheber.

Was siehst du als die persönlich größte Herausforderung bei dem Aufbau von Numade?

Zur Zeit ist die größte Herausforderung, das Vertrauen der Künstler zu gewinnen. Viele haben Angst, sich an einen Vertrag und damit enstehende, monatliche Kosten zu binden. Da ich außerdem noch keine Statistiken vorweisen kann, stellen sich viele die Frage, wer unseren Newsletter abonniert und ob der Bekanntheitsgrad über uns wirklich gesteigert werden kann.

Ich möchte mich bei Numade anmelden. Wo muss ich hin?

Da wir am 01. Mai 2015 online gehen, gibt es zur Zeit nur BETA-Version-Links. Dort werden ersten Informationen gegeben, es kann ein erster Eindruck der Seite gewonnen werden und über eine einfache Bewerbungsmaske kann man uns Informationen und Bildmaterial zusenden.




Alle Bilder © NUMADE

Mittwoch, April 01, 2015

Fachvermietungen finden dich und deine Produkte!

Hello Kreativen, ab jetzt ist es vorbei mit der Suche nach der geeigneten Verkaufsfläche - sie findet dich! Wie das funktioniert, lest ihr jetzt:

Fachvermietungen suchen nach deinen Produkten mithilfe von Produktkategorien

Wer von euch Kreativen noch keinen Login bei Kreativbühne hat, der sollte dies schnell nachholen. Denn hier könnt ihr eure Produkte hochladen und jetzt NEU auch eure Produkte kategorisieren. Anhand dieser Kategorien können Fachvermietungen nämlich genau nach deinem Produkt suchen. Du musst dein Produkt mindestens einer Produktkategorie zuordnen. Hierzu klickst du in der Produktübersicht auf das Produkt und wählst bis zu drei Kategorien aus.



Nun können die Fachvermietungen in einer speziellen Suche die Produkte einsehen und Interesse an deinem Produkten anmelden. Solltest du ein Produkt nicht mehr produzieren oder anbieten, kannst du es archivieren. Hierdurch wird es auch in der Produktsuche nicht mehr angezeigt. Archivierte Produkte können natürlich jederzeit wieder aktiviert werden.

Merke Fachvermietungen vor, um auf deine Produkte aufmerksam zu machen


Auf den Profilseiten der Fachvermietungen ist es nun möglich sie vorzumerken.  Hierdurch werden dieser Fachvermietung deine Produkte bevorzugt angezeigt, so dass sie entscheiden kann, ob das Produkt in ihr Sortiment passt. Zusätzlich kannst du dir deine vorgemerkten Geschäfte über den Menüeintrag "Vorgemerkt" anzeigen lassen.  




Ganz wichtig: Hier siehst du auch, ob eine Fachvermietung Interesse an deinem Produkt hat. Spätestens jetzt ist es an der Zeit eine Anfrage zu stellen!

Jetzt wünschen wir euch viel Spaß beim Kategorisieren eurer Produkte und hoffen auf viel Interesse der Fachvermietungen. Wie findet ihr unsere neuen Funktionen so?!