Dienstag, November 11, 2014

Endlich wissen, welche Produkte eine Fachvermietung sucht


Wäre es nicht schön, wenn man als Kreativer wüsste, welche Produkte eine Fachvermietung gerade sucht? Das haben wir uns auch gedacht und freuen uns sehr euch unser neues Feature vorzustellen: die Suche nach Produktwünschen! 

Was sind Produktwünsche?

Bei Produktwünschen handelt es sich um Produkte, an denen Fachvermietungen ganz besonderen Bedarf haben. Die Fachvermietungen können explizit ihre Produktwünsche bei uns eintragen, die ihr anschließend in den Suchergebnissen angezeigt bekommt.

Das soll euch vereinfachen, die richtige Fachvermietung für eure Produkte zu finden und den Geschäften die Möglichkeit bieten, ihr Sortiment passend zur Kundschaft zu erweitern.

Screenshot Kreativbühne Produktwunsch

Auf der Startseite könnt ihr nun zwischen den verschiedenen Hauptkategorien wählen. In den Suchergebnissen und auf den Profil-Seiten der Fachvermietungen werden euch die detaillierten Produktwünsche in diesen Kategorien angezeigt. Aktuell gibt es natürlich noch nicht besonders viele Produktwünsche, da die Funktion ganz neu ist. Wir hoffen allerdings, dass weitere Fachvermietungen diese Möglichkeit nutzen und wir so mit der Zeit viele weitere Kategorien auflisten werden.

Wie können Fachvermietungen ihre Produktwünsche eintragen?

Fachvermietungen können aktuell bis zu 3 Produktwünsche eingeben. Dazu gibt es drei Kategorien, die den Fachvermietern helfen sollen ihre Wünsche so konkret wie möglich zu formulieren. Der Screenshot unten zeigt es beispielhaft. Man kann entweder direkt seinen Produktwunsch eingeben und die möglichen Kategorien tun sich auf - oder man klickt sich Schritt-für-Schritt durch die Kategorien durch.



Jetzt wünschen wir euch viel Spaß beim Finden einer geeigneten Verkaufsfläche und natürlich viel Erfolg beim Weihnachtsgeschäft.

Eure Anastasia & euer Harry

Donnerstag, November 06, 2014

Wie wird man eigentlich DIY-Buchautorin?

Annette Diepolder Blüten
Annette Diepolder ist ein Multi-Talent: Sie ist Self-Made Designerin, Buchautorin und Mama. Und ganz nebenbei bemerkt, besitzt sie einen der schönsten Arbeitsplätze: ihren AtelierLaden im eigenen Garten! Im Interview erzählt sie, wie eins zum anderen kam...

Liebe Annette, erzähle uns, was du machst und wer du bist. Bist du über Umwege zu deinem Beruf gekommen oder wusstest du schon immer, dass du kreativ tätig sein möchtest?

Ich bin Annette und wohne in Villingen-Schwenningen. In meinem kreativen Atelier entstehen vielfältige Kreationen – von Deko über Schmuck bis hin zu Accessoires. Mein Repertoire ist sehr vielseitig und ich kann und will mich nicht auf ein bestimmtes Material oder Angebot festlegen. Selbstverständlich ist jedes Stück ein Unikat und wird in liebevoller Handarbeit von mir selbst hergestellt.

Ursprünglich habe ich nach dem Abitur BWL studiert und auch in diesem Beruf 10 Jahre in einem Industrieunternehmen gearbeitet. 1996 und 1998 kamen unsere beiden Töchter auf die Welt und im Erziehungsurlaub konnte ich mich wieder stärker meiner kreativen Leidenschaft widmen. Gebastelt, gestrickt, gehäkelt und vieles mehr habe ich schon immer sehr, sehr gerne. Durch den Umzug in unser Haus haben sich neue Räumlichkeiten ergeben und ich konnte mir ein eigenes kleines Atelier einrichten. Verkauft habe ich meine Kreationen zuerst nur im Bekanntenkreis. Einige Zeit später habe ich kleinere Ausstellungen in meinem Atelier organisiert und viele Workshops für Erwachsene und Kinder veranstaltet. So ist mein Atelier Schritt für Schritt gewachsen.

Seit dem 01.05.2009 führst du deinen AtelierLaden, den Kunden in deinem eigenen Garten finden. Wie reagieren Kunden auf dieses neuartige Konzept?

Meinen Kunden gefällt das AtelierLaden-Konzept sehr gut. Der AtelierLaden im Pavillon ist sehr gemütlich und vor allem die Vielfältigkeit des Angebots spricht die Kunden an.

Neben der Anfertigung von Unikaten und der Führung deines Atelierladens bist du zusätzlich Buchautorin von diversen Kreativbüchern. Wie bist du dazu gekommen „DIY-Schriftstellerin“ zu werden?

Ja, meine Autorinnentätigkeit kam vor einigen Jahren hinzu und ich muss sagen, es macht mir total viel Spaß. Außerdem ist es ein cooles Gefühl, wenn ich in den Buchhandlungen meine eigenen Bücher in den Regalen stehen sehe :).

Wie ich dazu kam: Ich hatte eine gute Idee, habe einige Modelle angefertigt und fotografiert. Die Fotos habe ich dann an verschiedene Verlage geschickt und mit dem Christophorus Verlag in Freiburg bin ich sehr schnell einig geworden.

Und übrigens: Seit etwa einem Jahr schreibe ich auch noch regelmäßig für die Zeitschrift „Mein Ländle“ die Bastel- und Deko-Rubrik. Hier entwerfe ich die Ideen, setze sie um, fotografiere sie und schreibe die Texte dazu. Das ist ein sehr spannendes und anspruchsvolles Projekt.

Annette Diepolder AtelierLaden

Wie lange dauert es ein solches Buch zu schreiben? Welche Etappen sind bei der Veröffentlichung eines Kreativbuches zu erfüllen?

Das kommt immer auf das Thema an. Mein umfangreichstes Projekt „Mit Freunden feiern“ zog sich über mehr als 1 Jahr hin, weil die einzelnen Kapitel verschiedene Jahreszeiten betrafen. Um alle Ideen möglichst authentisch zu zeigen, musste der richtige Zeitpunkt für die Fotos abgewartet werden.

Ansonsten dauert es ganz pauschal von der Idee bis zur Veröffentlichung so etwa ein dreiviertel Jahr.

Am Anfang steht natürlich immer die Idee für ein Buch. Anschließend wird überlegt wie umfangreich das Buch werden soll. Sobald die Rahmenbedingungen feststehen, kann die detaillierte Planung starten. Es wird das entsprechende Material ausgesucht, die Modelle werden hergestellt und alle Anleitungen geschrieben. Im Anschluss werden die Kreationen fotografiert und der Verlag bringt Bilder und Texte in das entsprechende Layout.

Wie schaffst du es diese Vielzahl an Projekten zu meistern? Wie viel Zeit investierst du im Durchschnitt für deine Projekte pro Woche?

Wie es so schön heißt – wer selbständig ist, arbeitet selbst und ständig... :) das trifft auch auf mich zu. Ich arbeite quasi den ganzen Tag an meinen Projekten, allerdings natürlich mit Unterbrechungen z.B. um zu kochen, Wäsche zu waschen, die Kinder zu chauffieren usw. Manchmal ist es schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen, aber mit der Unterstützung und dem Verständnis meiner Familie schaffe ich es sehr gut.

Neben dem Verkauf deiner Produkte im AtelierLaden nutzt du auch Online-Marktplätze. Welchen Vertriebsweg würdest du Kreativen empfehlen, um den Verkauf ihrer selbstgemachten Produkte zu testen?

Ich selbst finde einen Shop bei Online Marktplätzen ganz praktisch. Man kann auf vorhandene Strukturen zurückgreifen und auch einen Teil des Marketings übernimmt die Plattform. Um allerdings richtig erfolgreich zu sein, muss man schon mehr Zeit und Marketing reinstecken, aber das ist bei einem eigenen Onlineshop oder vor Ort im eigenen Laden ja auch nicht anders.

Welche Vermarktungsstrategien hast du selbst für deine Produkte gewählt und welche würdest du anderen Kreativen empfehlen?

Ich setze für mich auf verschiedene Vertriebswege. So verkaufe ich online über den Dawanda Marktplatz, andererseits natürlich vor Ort über meinen eigenen AtelierLaden. Des Weiteren nehme ich an verschiedenen Kunsthandwerkermärkten in der Region teil und ich habe auch schon einige Fachvermietungen ausgetestet. 
Annette Diepolder AtelierLaden

Für wie wichtig erachtest du den Faktor „Netzwerken“ beim Verkauf von Selbstgemachten?

Ein gutes Netzwerk ist sehr wertvoll. Zum Beispiel für meinem Atelierladen Blog versuche ich, mich mit anderen Kreativen auszutauschen, Gastbeiträge zu schreiben usw.

Als du dein Gewerbe angemeldet hast, welche Herausforderungen musstest du meistern?

Als ich 2001 mein Gewerbe angemeldet habe, bin ich einfach in das Rathaus gegangen und habe ein entsprechendes Formular ausgefüllt. Das war sehr einfach. Um die steuerlichen Aspekte muss ich mich glücklicherweise nicht kümmern, das macht mein Mann für mich. Ansonsten kann ich nur die Dawanda Hilfeseiten empfehlen. Dort wird gut beraten und es werden kompetente Ansprechpartner genannt.

Wie kalkulierst du den Preis für deine Produkte?

Ehrlich gesagt, mache ich meine Preise „aus dem Bauch“ heraus. Ich bin der Meinung, der Verkaufspreis eines selbstgemachten Produktes kann man nicht an der investierten Zeit messen, da die Produkte dann unerschwinglich wären. Außerdem spielt bei den Preisen auch noch die Verkaufsregion eine Rolle – in einer Großstadt kann oftmals mehr verlangt werden als in ländlichen Regionen. Also für mich ist es immer eine Mischkalkulation aus Materialkosten, investierter Zeit und dem Spaß am Tun.

Was denkst du, welche Faktoren entscheiden über den Verkauf von Selbstgemachtem?

Der Unikatcharakter eines Produktes spielt meiner Meinung nach eine sehr wichtige Rolle – Massenware ist out. Mit einem kreativen, selbstgemachten Produkt kauft man etwas besonders Einzigartiges und hebt sich ab.

In meinem AtelierLaden und auf Kreativmärkten mache ich oft die Erfahrung, dass der persönliche Bezug zwischen Kunde und Hersteller sehr wichtig ist. Wenn der Kunde weiß, welche Person und welches Konzept hinter einem Produkt steht, baut sich eine Beziehung auf und das Produkt ist nicht mehr anonym. 

Mein Tipp für Kreative….

Traut euch, probiert es aus und bleibt eurem ganz persönlichen Stil treu.

AtelierLaden Annette Diepolder


Alle Bilder © Annette Diepolder