Donnerstag, Juli 17, 2014

Julia Bayerl: Den Erfolg magnetisch anziehen

Julia Bayer Miss Magnetica Fokoladenkefke
Sind Erfolgsmomente anziehend? Wenn es nach Julia Bayerl geht auf jeden Fall! Mit ihrem Label Miss Magnetica ist die Superheldin nämlich seit drei Jahren auf steilem Erfolgskurs. Bei uns im Interview erzählt sie über ihre Erfahrungen in Fachvermietungen.

Liebe Julia, du bist auf geheimer Mission… Möchtest du uns dennoch verraten, worum es bei deinem Auftrag geht und warum dieser geheim ist? 

Das Geheimnis meiner  Mission ist: Den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ich möchte sie mit meinen Produkten begeistern. Sie sollen Spaß daran haben und sich jedes Mal freuen, wenn sie es sehen oder benutzen. 

Auf den Märkten bin ich besonders nah am Kunden. Wann immer Besucher mit erwartungsvollen Gesichtern an den Stand von „Miss Magnetica“ herantreten, verspüre ich ein Kribbeln im Bauch.  Wenn die Kunden dann zufrieden in den zahlreichen Angeboten stöbern, sehe ich meine Mission als erfüllt.

Dein Label heißt Miss Magnetica – wir erahnen, dass der Name etwas  mit der Art deiner Produkte zu tun hat. Wie bist du auf den Namen gekommen und was macht deine Produkte einzigartig?

Mir war wichtig, dass der Name zu den Produkten passt bzw. erkennen lässt, worum es geht.  Als der Name gefunden war, hatte ich auch sofort das Bild dieser kleinen Superheldin im Kopf. Es sollte nicht einfach nur ein Name sein, sondern eine „Person“, die ihre Geschichten erzählt und die Menschen in ihre Welt entführt. Was meine Produkte einzigartig oder besonders macht, ist wohl die Kombination aus dem Design,  der Form, Gestaltung und Emotionalität. Neben dem Spaß-Faktor versuche ich den Produkten durch ihre Magnetkraft auch einen Nutzen oder Funktionalität zu geben. Natürlich spielt Miss Magnetica dabei eine ganz große Rolle, denn sie haucht den Produkten Leben ein und gibt ihnen ein Gesicht.

Auf welche Herausforderungen bist du gestoßen, als du dein Kleinunternehmen aufgebaut hast?

Ich hatte anfangs keine Ahnung was auf mich zukommt. Welche Anträge müssen gestellt werden, an wen kann ich mich wenden, was muss ich beachten? Das war mühsam, aber zum Glück habe ich Freunde, die mir helfen konnten. Das Internet bietet auch viel Wissenswertes. Am meisten jedoch hat mir ein Gründerseminar geholfen, durch das ich nützliche Informationen sammeln und viele nette Kontakte knüpfen konnte.

Welche Überlegungen standen am Anfang, als es darum ging Kunden für deine Produkte zu gewinnen?

Darüber hatte ich mir anfangs keine Gedanken gemacht. Ich fand meine Ideen gut, setzte sie um und wollte dann schauen, ob das anderen auch gefällt.  Ich hatte Glück :).

Miss Magnetica Julia Bayerl Vogel

Welche Erfahrungen hast du mit dem Onlineverkauf deiner Produkte und dem Verkauf in Fachvermietungen sammeln können?

Als erstes suchte ich den Weg zu Ladenbesitzern und fand ihn auch schnell. Es ist mir wichtig, persönlichen Kontakt zu den Ladenbesitzern aufzubauen und diese kennenzulernen. Auch das Umfeld, in dem die Ware ausgestellt wird. Der Vorteil in einem Ladengeschäft ist, dass es Kunden gibt, die den Laden schon kennen und besuchen. Sie können meine Ware sehen und vor allem anfassen. Es dauerte eine Weile, bis ich meinen DaWanda-Shop eröffnete. Um ehrlich zu sein, hatte ich etwas Angst, weil der Online-Verkauf eine große Herausforderung ist. Aber wenn man sich durchkämpft, schafft man auch diese Hürde und ich bin sehr froh und dankbar, dass ich den Mut aufgebracht habe.

Fachvermietungen sind so individuell wie die Unikate, die darin verkauft werden. Was ist dir an einer Fachvermietung wichtig?

Es gibt große Unterschiede von Fachvermietung zu Fachvermietung. Sehr wichtig ist die Professionalität des Betreibers. Damit meine ich eine gute Organisation, korrekte Buchführung, zuverlässige Abrechnung und Abwicklung. Die Ware sollte pfleglich behandelt werden und natürlich muss man sich darauf verlassen können, dass zuverlässig überwiesen wird. Hier habe ich unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Das Sortiment sollte abwechslungsreich sein und ansprechend präsentiert werden. Wenn darauf geachtet wird, dass die Produkte nicht in direkter Konkurrenz zueinander stehen, ist das für beide Seiten sehr vorteilhaft.

Kreativ sein ist so ziemlich das Gegenteil von  rational kalkulieren. Könntest du aus deinem Erfahrungsschatz einen Tipp geben,  worauf Kreative bei der Preisgestaltung ihrer selbstgemachten Produkte achten sollten?

Tja, die Preisgestaltung ist so ein Thema für sich. Eigentlich ganz einfach, aber dann auch wieder nicht. Zu allererst möchte ich hier gerne einen ganz persönlichen Punkt ansprechen, der mich und auch viele andere Kreative sehr beschäftigt:  Kreative tendieren oft dazu, ihre Produkte unter Wert zu verkaufen. Da schließe ich mich selbst nicht aus. Wenn aus dem geliebten Hobby ein Geschäft wird, sind die meisten unsicher, was die Preisgestaltung angeht. Wie  legt man die Wertigkeit des Produkts fest? Im Internet findet man einige  hilfreiche Kalkulationshilfen, um den „richtigen“ Preis zu finden. Die wichtigsten Punkte, die jedoch bedacht werden müssen sind: Alle Ausgaben (aber auch wirklich alle, angefangen vom Flyer, der Verpackung, bis hin zu Versicherungen) zu notieren, Arbeitszeit pro Produkt berechnen, sowie eine Gewinnspanne/Marge. Diese ist sehr wichtig, damit man Rücklagen bilden kann, in neue Produkte investieren und auch Werbung schalten kann. Zusätzlich sollten Originalität und Einzigartigkeit mit einfließen. Wer ein Produkt anbietet,  das  außergewöhnlich ist, sollte diesem  Alleinstellungsmerkmal auch ein Wert zugestehen. Natürlich ist es auch ein wenig testen und ausloten. Aber grundsätzlich rate ich: Steht zu euch und euren Produkten, dann werden es auch die anderen tun. Wenn ihr ein tolles und gutes Produkt habt, verkauft es nicht unter Wert.

Julia Bayerl Miss Magnetica Magnet Welt erobern



Was denkst du, welche Faktoren entscheiden über den Verkauf von Selbstgemachtem im Einzelhandel?

Qualität,  Originalität und Liebe zum Detail. Jedenfalls zählt das für mich.

Auf deinen Magneten sind häufig besondere Sprüche zu lesen. Welcher ist dein liebster Spruch und warum?

Uj, das ist schwer zu sagen, denn ich finde sie alle gut, sonst würde ich sie nicht verkaufen :). Welcher Spruch mir am besten gefällt kommt immer ganz auf die Stimmung an. Denn je nach Laune ist einer dabei, der in dem Moment am besten passt. Der absolute Renner unter den Kronkorkenmagneten zum Thema Baby ist allerdings dieser „I make milk – what’s your superpower?“

Meine Inspiration…

kommt oft von ganz alleine. Manchmal ist es ein Geistesblitz, manchmal bringen mich Freunde, Familie oder meine lieben Kunden auf neue Ideen. Das ist toll und hoffentlich läuft das auch weiterhin so. Ich empfehle Kreativen ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, an sich selbst zu glauben und durchzuhalten!


Ihr möchtet eine persönliche Frage an Julia stellen? Sie schreibt euch gerne zurück, einfach einen Kommentar hinterlassen oder uns eine E-Mail schreiben.
Alle Bilder © Julia Bayerl

2 Kommentare:

*nane hat gesagt…

Hallöchen,
das ist ein super Interview, sehr informativ und man kann sich einen Überblick verschaffen, was ein Kleinunternehmer außer seinen kreativen Arbeiten noch alles bewältigen muss.
Da ich Julia persönlich kenne und sehr schätze, freut es mich besonders, dass Ihr einen Bericht über sie hier veröffentlicht habt.
Daumen hoch ! SUPER !
Herzliche Grüße
Christiane
von *nane - Schönes aus Stoff

Anastasia hat gesagt…

Hallo Christiane, lieben Dank für deinen Kommentar! Du hast so Recht: Auch wenn man nur im Nebenerwerb ein Kleinunternehmen führt, so ist man eben doch selbstständig und muss die Entscheidungen nicht nur selbst treffen, sondern eben auch umsetzen - und das häufig nach der normalen Arbeit.