Montag, September 21, 2015

Ich will! Sein Label hauptberuflich führen - Erfahrungen von Frau Schnobel Grafik

Postkarten unikat
Innerhalb von 1 Jahr ist Martina Olonschek alias Frau Schnobel Grafik mit ihren Postkarten in mehr als 15 Läden deutschlandweit vertreten und auch online bedient sie sich allen Vertriebskanälen. Richtig spannend war das Interview mit ihr, weil sie mit ihren guten wie auch schlechten Erfahrungen nicht hinterm Berg hält.

Erzähl uns etwas über dich! 

Ich heiße Martina, bin gelernte Mediengestalterin und habe die Ausbildung 2011 abgeschlossen.
Nach der Ausbildung habe ich 8 Monate Werbezettel für Supermärkte gemacht, anschließend 4 Monate in der Reinzeichnungsabteilung einer Agentur gearbeitet und abschließend ein Jahr im produzierenden Gewerbe. In dieser Zeit habe ich mir überlegt, dass ich gerne Grußkarten machen würde. Da ich nicht wirklich welche gefunden habe, die mir gefallen haben, habe ich selbst Postkarten gestaltet. Die sind auch immer ganz gut angekommen.
Im Grunde kam ich auf die Idee, dass es anderen Leuten genauso geht wie mir: Sie suchen nach besonderen Grußkarten. Und als ich die Postkarten bei DaWanda eingestellt habe, war der Zeitpunkt ohnehin genau richtig, weil ich zu dieser Zeit betriebsbedingt gekündigt wurde.

Führst du dein Label hauptberuflich?

Nebenbei kellnere ich auch noch. Das ist für mich ein guter Ausgleich. Ich habe freie Aufträge, mit denen kann ich mich gut über Wasser halten. Als ich arbeitslos war, habe ich vom Arbeitsamt den Gründungszuschuss erhalten - das ist sehr viel wert.

Buttons selbstgemacht

Ist es naiv daran zu glauben, dass man vom dem, was man liebt auch leben kann?

Ich stehe dahinter, aber ich glaube, man braucht einen gewissen Mut und Disziplin. Es ist sicher nichts für jeden, weil z.B. Rechnungen schreiben oder die Buchhaltung nicht jedem Kreativen liegen. Generell würde ich das aber unterschreiben, dass man es schaffen kann, wenn man dahinter steht.

Du bist auf sehr vielen Plattformen unterwegs. Kannst du uns kurz deine Entwicklung beschreiben?

Angefangen hat es bei DaWanda, als ich die ersten 10 Karten eingestellt habe. Parallel bin ich in Hamburg an der Kunsthaltestelle vorbei gelaufen. Der Laden hat mir gefallen und dann habe ich Kontakt aufgenommen. Meine Postkarten wurden auch sofort angenommen und ab da war ich in einem Laden. Meine eigene Homepage und den Onlineshop gab es zu diesem Zeitpunkt auch schon. Danach habe ich meine Produkte auf Etsy und Selekkt eingestellt. Bei Selekkt.de biete ich meine Postkarten wegen der Transaktionsgebühr von 90 Cent pro Produkt nur in 4er Sets an.
Dann bin ich auch schon auf die ersten Märkte, gerade hier in Hamburg gegangen.

Seit einem halben Jahr gibt es Notonthehighstreet auf dem deutschen Markt, da habe ich meine Postkarten auch eingestellt. Allerdings haben sie sich vom deutschen Markt wieder zurückgezogen.

Welche Online-Plattform rentiert sich für dich am meisten?

Am attraktivsten sind für mich DaWanda und meine eigene Homepage, was mich auch gewundert hat. Aber eigentlich verkaufe ich online nicht wirklich viel. Die meisten verkaufen sich im Laden. Etsy läuft bei mir eher schleichend.

selbstgemachte Postkarten

Innerhalb von 1,5 Jahren bist du in mehr als 15 Läden präsent. Nun mal alle Illusionen beiseite, wie viel Arbeit steckt dahinter? 

Auf jeden Fall mehr als 40 Stunden! Es ist absolut komplett Vollzeit, auch am Wochenende. Man sitzt zwar nicht jeden Tag 8 Stunden dran, aber man ist mit dem Kopf auch ständig dabei, weil es mir schwer fällt abzuschalten. Es ist anders, wenn man angestellt ist und nach Hause kommt und dann mit der Arbeit fertig ist.

Du bist auch auf sehr vielen Kreativmärkten unterwegs. Sind es finanzielle oder eher Marketinggründe?

Beides. Kreativmärkte lohnen sich wirklich immer mehr. Am Anfang hatte ich meistens nur einen Meter, aber das ist wirklich zu klein. Ich hatte irgendwann auch mehr Produkte und auch Poster. Finanziell läuft das ganz gut, wenn ich zu 2 Märkten im Monat gehe. Marketingtechnisch habe ich auch viele freie Aufträge dadurch erhalten, da die Leute meine Flyer mitgenommen haben.

Was sind deine Auswahlkriterien für einen Kreativmarkt?

Anfangs habe ich versucht alle möglichen Märkte zu besuchen, inzwischen bevorzuge ich Märkte, bei denen die Besucher Eintritt zahlen, da die Leute auch kaufen möchten. Auf Märkten ohne Eintritt sind eher die Gucker, aber für den Umsatz sind Märkte mit Eintritt besser. Ich achte auch darauf, dass die Märkte schön sind, wie sie sich auf der Homepage präsentieren, wie viele Likes sie auf Facebook haben, daran orientiere ich mich auch.

Was hält dich davon ab, auf weiter weg liegende Kreativmärkte zu gehen?

Das ist sehr aufwendig, man muss ein Hotel mieten und die Spritkosten sind auch nicht zu vernachlässigen. Ich war in Mainz, das war eine Erfahrung wert, es war auch ein riesengroßer Markt, aber ich glaube mein Umsatz ist momentan noch zu gering, dass es sich wirklich lohnt, auf weiter entfernte Märkte zu gehen. Auch durch meine maritimen Motive bietet sich Hamburg an.

maritime Postkarten

Welcher Kreativmarkt läuft für dich am besten?

Der Feingemacht Markt läuft gut, außerdem Designgift in Kiel, der war bis jetzt der allerbeste Markt. In Kiel kommen meine Produkte sehr gut an, fast besser als in Hamburg. Deine Eigenart war da auch gut. Ich war zwar noch nicht dabei, aber ich glaube der Besonders schön Markt ist ganz gut.

Was ist dir bei den Läden wichtig?

Ich finde es schön, wenn die Produkte nicht in Fächern angeordnet sind, sondern, dass sie thematisch gruppiert sind und nicht labelbezogen angeordnet werden. Ich denke nicht, dass Kunden in einen Laden kommen und nach einem bestimmten Label suchen. Sondern, sie suchen Produkte, z.B. Schmuck oder Postkarten.

Martina Olonschenk Postkarten

Relativ gesehen: Wie viel Zeit steckst du in den Vertrieb und Marketing und in die Entwicklung von Produkten?

Ich mache gar nicht so viel Marketing. Auf Designmärkten lege ich meine Visitenkarten aus und habe inzwischen - gerade für freie Aufträge - Flyer bedruckt. Da habe ich auch schon Erfolg mit gehabt. Außerdem poste ich Neuigkeiten über Facebook, habe aber kein eigenes Blog. Ich habe einmal bezahlte Facebook-Werbung gemacht, habe aber Like-mäßig keinen großen Unterschied bemerkt.

Alleine die Produkte bei DaWanda hochzuladen dauert lange. Es gibt Phasen in denen ich mehr gestalte, dann gibt es Phasen in denen ich nicht dazu komme.

Frau Schnobel Poster

Was würdest du Labelstartern beim Schritt in die Selbstständigkeit raten?

Sich auf jeden Fall zu informieren. Ich habe auch ein paar Gründungsseminare mitgemacht, da werden alle Grundlagen durchgearbeitet - also auch Buchhaltung, Steuern, Kleingewerbe anmelden oder nicht. Ich hatte auch vor es etwas größer zu machen und wollte nicht später meine Preise erhöhen, sondern von Anfang an ein Gewerbe anmelden. Ich habe auch einen Fotokurs gemacht.

Heute zurückgeblickt: Welche Fehler würdest du heute im Laufe deines Labels vermeiden?

So viele Fehler habe ich glaube ich nicht gemacht. Mir fällt jetzt nichts ein, wo ich mich rückblickend fragen würde, was ich da gemacht hab. Bis jetzt bin ich nicht auf die Schnauze gefallen :)

Frau-Schnobel-Grafik


Martina Olonschek


© Bildrechte Antje Reents, Daniel Wichern, Pamela Schiemann, Martina Olonschenk

Dienstag, Juli 14, 2015

Vom Kreativmarkt bis Amazon: Welche Vertriebskanäle lohnen sich wirklich? Erfahrungen des Labels wishproject

nähen wishproject

Bisher hatten wir selten Labels wie wishproject im Interview, die bereits über so viel Erfahrung in der Vermarktung ihrer Mode und Accessoires über unterschiedliche Kanäle haben. Umso spannender zu hören, welche Kanäle vom Kreativmarkt bis Amazon sich für wishhproject wirklich lohnen.

Eure Marke wishproject besteht seit 2009. Verrätst du uns kurz, wer dahinter steht und wie groß euer Team ist?

Seit 2009 sind wir beim Marken-und Patentamt eingetragen, aber eigentlich gibt es uns seit 2006. Wishproject ist das Label der zwei Schwestern Kathrin und Steffi Deubner, dann gibt es noch 3 Maßschneiderinnen im Atelier, die uns helfen und mich. Ich kümmere mich um die Kommunikation und Pressearbeit.

Heute habt ihr einen eigenen Laden, ein Atelier, einen Onlineshop – wie hat sich das alles entwickelt?

Kathrin und Steffi hatten schon immer den Wunsch, etwas zusammen zu machen und haben beide schon immer in irgendeiner Form mit Kreativität zu tun gehabt. Angefangen hat es dann mit wishbags. Das sind großen Taschen, die die beiden auf ihre Art und Weise umgesetzt haben. Damit hat es auf 35qm und einer Nähmaschine im Büroraum im Keller angefangen und 2009 wurde das Label gegründet. Die Taschen wurden an Freunde verteilt und dann hat es sich von den Taschen zu anderen Accessoires weiter entwickelt. Bevor es den wishproject DaWandashop und den eigenen Onlineshop gab, haben wir 2009 den Laden in Erfurt eröffnet und dann 2011 das Atelier vergrößert. Die Produktion, die vorher zu Hause stattfand, ging ab 2011 im großen Atelier richtig voran - mit mittlerweile 3 Schneiderinnen. Als sich das gesetzt hat, haben wir 2012 einen eigenen Onlineshop eröffnet.

Wie lange hat es gedauert, bis ihr von eurem Label leben konntet?

Ich kann zwar keine genauen Jahreszahlen nennen, aber wenn man einen eigenen Laden eröffnet und zusätzliche Schneiderinnen einstellt, muss man -denke ich- drei bis fünf Jahre lang gut organisieren und abwägen, in welche Richtung man die Prioritäten setzt. Die beiden Schwestern haben das Label aus eigener Kraft aufgezogen und sich ohne Kredit Stück für Stück vergrößert. Erst als der DaWandashop gut lief, haben wir versucht, einen eigenen Onlineshop zu eröffnen, da das natürlich auch Kosten sind, die zu stemmen sind.

Würdet ihr sagen, dass der DaWandashop auch ohne Werbung gut läuft?

Der Shop läuft zum Glück sehr gut, obwohl es keine externe Kommunikation, also kein Marketing und keine Werbung gab. Scheinbar haben wir damit einen Nerv getroffen, als Kunden nach etwas Individuellem im DaWandashop gesucht haben. Beim Onlineshop sieht das natürlich anders aus. Wir sind mittlerweile fünf Jahre bei DaWanda dabei und werden auf Kreativmärkten erkannt, aber mit dem eigenen Onlineshop muss man marketingtechnisch viel mehr machen, gerade wenn man sich unabhängiger von DaWanda machen möchte. Man muss sich Gedanken darüber machen, wie man die Kunden, die bei DaWanda kaufen, überzeugt im eigenen Onlineshop zu bestellen.

Kleid wishproject


Setzt ihr gezielt Facebook-Werbung oder Adwords ein?

Seit letztem Jahr posten wir alles, was gerade passiert auf Facebook, Pinterest und Google Plus: Sei es ein neuer Artikel, der online gegangen ist oder auf welchen Märkten wir vertreten sind. Wir haben unser eigenes Blog, indem es erscheint. Dennoch läuft über Facebook sehr viel. Direkt beworben haben wir die Beiträge auf Facebook noch nicht, da wir Schritt für Schritt wachsen möchten.

Lohnen sich Kreativmärkte für euch finanziell?  

Letztes Jahr haben wir einige Märkte das erste Mal besucht, da waren manche dabei, bei denen sich die Teilnahme nicht wirklich gelohnt hat. Jetzt möchten wir uns ausweiten und z.B. viel weiter in den Süden oder viel weiter in den Norden Deutschlands gehen, um zu schauen, bei welchen Marktteilnehmern wishproject gut ankommt und wo eher weniger. Manche Märkte sind Überraschungen, manche sind eher Flops, das ist sehr stark stadt-und publikumsabhängig. Natürlich möchten wir unsere Produkte auf Märkten verkaufen, aber wir merken auch, dass es für die Märkte für uns als Marke viel bringt, da wir im Nachhinein sehen, aus welchen Städten die Bestellungen kommen.

Wie werdet ihr auf Kreativmärkte aufmerksam? Wo findet ihr diese und nach welchen Kriterien sucht ihr sie aus?

Ich kümmere mich um die Suche und die Anmeldung. Das mache ich über die Kreativbühne. Dadurch habe ich viele gute Märkte gefunden. Für uns ist es z.B. lohnenswerter, wenn es ein Markt ist, der 2 Tage dauert. Gerade wenn man weiter wegfahren muss, sind 2 Tage um sich vorzustellen und zu präsentieren einfach sinnvoller. Sind Märkte in der Nähe, nehmen wir auch teil, wenn er nur 1 Tag dauert. Wir nehmen außerdem nicht mehr an Märkten teil, die unter 40 Aussteller haben. Am Anfang waren wir auch auf kleinen Märkten vertreten, aber mittlerweile suchen wir uns ein Format, das viele Besucher hat, also größere Märkte.

Was würdet ihr Labelstartern beim Verkauf im Einzelhandel raten?

Ganz wichtig ist der Standort des Ladens. Liegt der Laden zentral? Gehen viele Passanten vorbei? Da muss man die Bekanntheit des Ladens erfragen und sich vielleicht die Örtlichkeiten ansehen. Wichtig ist auch, ob derjenige, der die Fachvermietung betreibt, diese auch gerne verkauft und Interesse an den Produkten hat und nicht nur die Regale füllt. Auch beim eigenen Laden muss man sich sicher sein, ob es finanziell möglich ist.


einzigartige Produkte wishproject

Ihr verkauft auch auf Amazon. Denkt ihr, dass es für Kreative sinnvoll ist, dort zu verkaufen? Wann habt ihr mit dem Verkauf auf Amazon begonnen und warum ?

Wir bieten seit November 2014 eine kleine Auswahl auf Amazon an, weil wir schauen wollten, wie das läuft. Ich denke, ob es für Kreative sinnvoll ist, hängt davon ab, wie weit die Kreativen in ihrer Bekanntheit und ihrem Erfolg fortgeschritten sind. Es kostet jede Menge Geld. Insbesondere, wenn man ein Tool verwendet, das mit dem eigenen Onlineshop gekoppelt ist, um die Bestellungen, die über Amazon eingehen auch bei sich im eigenen Shop zu sehen. Außerdem muss man überlegen, ob man den Versand und die ganze Abwicklung in die Hände von Amazon geben möchte, oder ob man das Selbst macht.

Welche Hürden sind beim Verkauf von Handmade auf Amazon zu nehmen?

Man muss diese EAN Nummern kaufen und dann wird abgewogen, welche man verwendet, da nicht alle sofort benutzt werden müssen. Sie werden bezahlt und dann zugeschickt. Wir haben mit 10 Artikeln aus der Kollektion gestartet und wollten die Verpackung und den Versand selbst vornehmen. Uns war wichtig, dass jedes Stück vorher in unseren Händen liegt. Bei Amazon ist die Retourenfreundlichkeit viel höher als bei DaWanda oder in unserem Shop. Kunden unseres Shops überlegen sich genau, ob sie das Teil kaufen möchten. Sie bestellen nicht mehrere Teile und schicken einige wieder zurück, sondern behalten die Ware und die Retourenquote ist sehr niedrig. Die Leute sind sich bewusst, dass sie das Produkt wirklich haben möchte, wenn sie es bestellen. Da wir die Verpackung und den Versand selbst vornehmen, müssen wir uns um die Kunden, die über Amazon bestellen und retournieren möchten, kümmern. Wir erklären ihnen, dass die Retour nicht über Amazon stattfindet, sondern dass die Ware an das Atelier zurückgesendet werden muss.

Danach benachrichtigen wir Amazon, dass die Ware zurückgesendet wurde, sodass sie das Geld an den Kunden überweisen. Meiner Meinung nach geht das nur, wenn es jemanden im Team gibt, der Zeit hat sich intensiv darum zu kümmern.

Könnt ihr über Amazon bereits neue Kunden gewinnen?

Die Kunden, die über Amazon bestellt haben, wurden dadurch auch auf wishproject aufmerksam. Die Kunden, die dort bestellt haben, bekommen auch unsere Flyer mit ins Paket, da wir den Versand und die Verpackung selbst machen. Dieser Schritt, bekannter zu werden ist durch Amazon schon getätigt, gerade im Herbst und Winter gab es einen richtigen Boom. Amazon ist natürlich eine Plattform, die nicht direkt auf Mode ausgelegt ist, aber es ist erstaunlich, dass Kunden, die auf Amazon unterwegs sind, uns finden und auch bestellen.

Welche Kosten entstehen?

Wir bezahlen monatlich 39€. Zusätzlich erhebt Amazon pro verkauften Artikel 15% Provision plus 0,45-1,50€ Mindestverkaufsgebühr (je nach Kategorie). Verkaufen wir zum Beispiel ein Kuscheltuch für 35€, entstehen Amazon-Gebühren in Höhe von 5,70€.

Was ist euer stärkster Vertriebskanal? 

DaWanda ist in unserem Fall ganz klar auf dem 1. Rang. Im Herbst/Winter rückt dann auch der Onlineshop wieder mehr in den Vordergrund. Auch die Kreativmärkte, gerade wenn man als Kreativer am Anfang steht, kann ich nur empfehlen, diese auszuprobieren. Um Kontakte zu knüpfen und mit Kunden ins Gespräch zu kommen, eignen sie sich super. Der persönliche Faktor fehlt im Onlineshop.


Team wishproject


Montag, Juni 22, 2015

Wie organisiere ich mich am besten für einen Kreativmarkt?

Designmarkt Organisation
Ihr wollt den ersten Schritt als Austeller auf einen Kreativmarkt wagen, dann raus in die Welt und tragt raus, was gefällt. Designmärkte- und messen sind eine tolle Möglichkeit, eure Unikate einer breiten Masse zu präsentieren und nebenbei Kontakte zu knüpfen. Hier findet ihr einen Guide, der euch auf dem rechten Wege zum Kreativmarkt führt.

Schritt 1: Wo finde ich Kreativmärkte?

Mittlerweile gibt es so viele große und kleine Kreativmärkte, dass es fast unmöglich wird, einen Überblick zu behalten. Hier findet ihr eine Übersicht von Kreativmärkten in ganz Deutschland inkl. der Bewerbungsfristen. Auch gibt es eine tolle Facebook-Gruppe zu diesem Thema, die ihr hier findet.

Wir sind uns sicher, dass bei uns noch einige Kreativmärkte fehlen. Falls ihr welche kennt bzw. selbst einen veranstaltet, könnt ihr sie hier kostenlos eintragen.

Schritt 2: Wie bewerbe ich mich?

Um herauszufinden, ob ihr mit euren Produkten zu dem Markt passt, den ihr ausgewählt habt, solltet ihr unbedingt die Ausstellerlisten der vergangenen Jahre einsehen. Viele Kreativmärkte veröffentlichen sie auf ihrer Homepage. Hier könnt ihr sehen, ob ihr mit eurem Preisniveau in etwa den richtigen Markt adressiert.

Die meisten Kreativmärkte haben eine fest definierte Bewerbungsfrist. Diese solltet ihr auf keinen Fall verpassen. Bei der Bewerbung solltet ihr euch Mühe geben: Professionelle Produktfotos und Links zur Homepage, dem Onlineshop, dem Blog oder der Facebook-Seite erhöhen die Chancen, für gute und hochwertige Märkte mit hohen Besucherzahlen angenommen zu werden.

Am häufigsten erfolgt die Bewerbung für einen Kreativmarkt über ein Bewerbungsformular, das ihr auf der Homepage finden könnt oder direkt per E-Mail. Achtet hier am besten auf die Anweisungen auf der Homepage.

Schritt 3: Was muss ich vorbereiten?

Habt ihr euch erfolgreich beworben, geht es los mit den Vorbereitungen. Ihr solltet dabei nicht unterschätzen, was beim Organisieren des Marktauftritts zu bedenken ist.

Je nachdem, welche Produkte ihr verkauft, solltet ihr genügend Zeit für die Produktion im Voraus einplanen. Eine Woche vor Marktbeginn solltet ihr euch zudem Gedanken über den Aufbau eures Marktstandes machen. Stellt euch eure eigene Toolbox zusammen, damit nichts Wichtiges zu Hause vergessen wird. Darin sollten sich nützliche Dinge wie Schere, Kabelbinder, Tapes, Büroklammern, Tacker, Stifte, Reißnägel und ein Maßband befinden. Denkt auch an Wechselgeld und einen kleinen Geldbeutel, den ihr immer bei euch tragt. Das Verpacken und Ausschildern der Unikate sollte rechtzeitig erledigt sein, damit ihr nicht gestresst werdet. Schöne und v.a. günstige Ideen für euer Verpackungsdesign gibt es hier.

Manche Aussteller empfehlen einen Probeaufbau des Markstandes, da der richtige Aufbau und die Platzierung der Produkte einer der wichtigsten Punkte auf Kreativ- und Designmärkten ist, um aufzufallen. So stellt ihr auch sicher, dass ihr alle notwendigen Materialien für den Aufbau dabei habt. Übrigens, Ideen für schöne selbst gemachte Displays für eure Stände gibt es zum Beispiel hier.

Schritt 4: Welche Produkte nehme ich mit und wie gestalte ich den Preis?

Generell bietet es sich an, wie uns Fräulein Tapir im Interview erzählt hat, auf Märkte eine breite Produktpalette und davon auch genügend mitzunehmen. Die Devise lautet: Lieber zu viel als zu wenig! Denn wenn der große Ansturm kommt, ist es nur ärgerlich, wenn euch die Produkte ausgehen und euch neue Kunden entgehen. Nehmt Produkte aus verschiedenen Preissegmenten mit, sowohl günstige als auch etwas teurere Unikate. Einige Aussteller haben die Erfahrung gemacht, dass einige Besucher nicht bereit sind, viel Geld für Selbstgemachtes auszugeben, da die Unikate meist als Geschenk gedacht sind. Das Label Senfgelb hat die Erfahrung gemacht, dass in der Regel die Schmerzgrenze der Kunden bei 15 Euro liegt. Eine Ausnahme gibt es aber: Nobelmärkte, dort werden preislich höher gelegene Designstücke angeboten.

Zum Schluss haben wir für euch eine kleine Linkliste zusammengestellt, auf denen ihr einige Erfahrungsberichte zu Kreativmärkten nachlesen könnt:


Dienstag, Juni 02, 2015

Verkaufen auf überregionalen Märkten - lohnt sich das? Fräulein Tapir im Interview

Fräulein Tapir Halskette
Angst vor Ideenklau auf Märkten? Fräulein Tapir Gründerin Daniela schreckt das nicht ab, auf vielen Kreativmärkten präsent zu sein. Im Interview erzählt sie, wie sie hochwertige Kreativmärkte findet und warum es sich lohnt, gerade überregionale Märkte zu besuchen.

Stell dich doch kurz vor, wer bist du und was machst du?

Ich bin Daniela, bin Produktdesignerin und habe seit 2 Jahren das kleine Schmucklabel Fräulein Tapir Manufaktur.

Wie bist du nach deinem Design-Studium auf die Idee gekommen, Schmuck herzustellen?

Grundsätzlich war auch während des Studiums der Wunsch da, etwas für mich selbst zu machen, weil ich mehr Zeit für die eigene Kreativität haben wollte. Nach dem Studium habe ich freiberuflich gearbeitet und hatte Zeit, nebenbei etwas zu machen. Ich habe einen Schmuckkurs bzw. einen Goldschmiedekurs gemacht, um mir das Handwerk beizubringen und dann kamen die ersten Geschenke für Freunde. Dann kam der Fräulein Tapir DaWanda Shop und der Besuch auf verschiedenen Märkten und dann wurde es eigentlich zum Selbstläufer.

Wie hebst du dich mit deinen Produkten von anderen Schmuckherstellern ab? Was ist dein Alleinstellungsmerkmal?

Den Schmuck, also die Kombination aus Holz und Messing habe ich so noch nirgends gesehen, gerade auf Märkten und DaWanda sieht man ansonsten ja viel Ähnliches. Viele Kunden meinten auch, der Fräulein Tapir Schmuck ist etwas ganz anderes und dass sie so etwas noch nie gesehen haben. Ich habe nicht nach einem Alleinstellungsmerkmal gesucht, da ich geschaut habe was mir gefällt und was ich tragen würde.

Welche Aufgaben für dein Label gibst du ab und welche erledigst du aus Kostengründen vielleicht selbst?

Inzwischen gebe ich die Lasercut Geschichte ab, das mache ich nicht selbst. Die Einzelteile bestelle ich zu, es sei denn, es sind Einzelstücke, die schmiede ich selbst. Ich hole mir bei Märkten Hilfe, ich fahre zwar auf jeden selbst, aber habe meistens jemanden dabei, weil es für mich alleine zu anstrengend ist. Von der Buchhaltung bis zur Produktion, dem Vertrieb und dem Marketing mache ich alles selbst.

Schmuck Fräulein Tapir

Wie bist du vorgegangen, um deine Produkte zu verkaufen? Welche Vermarktungsstrategien hast du gewählt?

Über den DaWanda Shop, es gibt eine Fräulein Tapir Facebookseite und durch verschieden Märkte, erst kleinere im Umkreis und dann größere Märkte.

Welche Vorteile siehst du im stationären Verkauf und im Verkauf auf Märkten?

Es werden unterschiedliche Felder bedient. Märkte laufen meiner Meinung nach am besten, weil man in Kontakt mit dem Kunden kommt. Man kriegt komplett mit, ob die Leute mit dir oder miteinander über deinen Schmuck reden. Du kriegst das Feedback, was ankommt, was weniger gut ankommt, was sich Kunden wünschen würden, ob der Preis zu hoch oder zu niedrig ist usw., das kriegt man ansonsten nicht mit.

Im stationären Einzelhandel finde ich gut, dass es für den Kunden die Möglichkeit gibt, unabhängig von Versandgebühren usw. in ihrer Stadt einzukaufen. Wenn ich auf Märkten bin oder Anfragen per Email kriege kann ich Kunden sagen, dass sie sich den Schmuck in verschiedenen Läden auch anschauen können. Das ist der Vorteil zu reinen Internetverkäufen, die Haptik ist gegeben, gerade bei meinem Schmuck mit Holz etc., kann das Selbstgemachte angefasst werden.

Wie wählst du aus, welche deiner Produkte du in Fachvermietungen ausstellst oder mit auf Kreativmärkte nimmst?

Zum einen habe ich mein Holzsortiment, davon nehme ich alles mit auf den Markt, da ist auch noch nicht alles auf DaWanda. Es gibt Schmuck aus 2 verschiedenen Holzarten, 6 verschiedenen Motiven und 3 unterschiedlichen Farben, das wird komplett auf den Markt mitgenommen. Das ist das Verkaufsargument gegenüber dem Onlineshop, weil alles vorhanden ist. Zusätzlich gibt es Handschriftketten und andere Kreationen, die ausprobiert werden, die sind momentan auf Kreativmärkten dabei und vereinzelt auf DaWanda erhältlich. In den Fachvermietungen (Vielfach Leipzig, Fachmarie Nürnberg, 99cubes Hamburg, Herzallerliebste Rostock) gibt es den Holzschmuck, da schicke ich ein Paket mit allem Möglichen hin und die Fachvermietung sagt mir dann, was gut ankommt und wovon sie mehr braucht.

Wie lange hat es gedauert, bis sich der Verkauf in Fachvermietungen für dich gelohnt hat?

Fachvermietungen lohnen sich auf jeden Fall, gerade in der Fachmarie, vielleicht auch durch den regionalen Aspekt. Es gab natürlich auch Läden, in denen es sich nicht so rentiert hat, das habe ich aber relativ bald gemerkt und bin dann aus dem Fach raus.

Nach welchen Kriterien entscheidest du, auf welchen Kreativmärkten du deine Unikate ausstellst?

Ich versuche, sie blockmäßig zu besuchen. Gerade sind 6 Kreativmärkte auf 2 Monate komprimiert, danach wird es ruhiger. Ich entscheide durch Erfahrung, bei welchen Ketten ich schon war und welche Kreativmärkte etwas bringen. Dann natürlich nach der Stadt und dem Standort. Man kennt auch die Aussteller untereinander und dadurch kann man sich in Facebook Gruppen Feedback geben, was sich lohnt und was nicht. Viele geben auch Tipps, auf welchen Märkten der eigene Schmuck gut ankommen könnte.

Gehst du lieber auf Regionalmärkte oder auf überregionale Märkte?

Ich gehe mittlerweile weniger auf Regionalmärkte, es ist zwischendrin praktisch, aber ich merke, dass es schwierig ist, zu lange in einer Stadt zu sein. Je weiter weg ich mit Fräulein Tapir gehe, desto mehr kommt die Resonanz durch Facebook-Klicks und Bestellungen, bei denen ich nachvollziehen konnte, auf welchen Märkten ich war und welche gut liefen. Der Kundenkreis wird überregional in meinem Fall einfach größer.

Fräulein Tapir Schmuck aus Holz

Wie wirst du auf neue Kreativmärkte aufmerksam?

Über Facebook Gruppen finde ich Designmärkte, dann gibt es ein paar Märkte, bei denen ich mich immer bewerben will, die merke ich mir im Lesezeichen vor, damit ich mitbekomme, wann die Anmeldefrist ist. Zu manchen wird man auch eingeladen, das ist ganz unterschiedlich.

Viele Kreative meiden Kreativmärkte, weil sie befürchten, dass ihre Ideen geklaut werden. Wie gehst du damit um?

In 2 Jahren ist es mir noch nicht passiert, vielleicht weil es sofort auffallen würde. Man kann sich auch schützen, aber das ist zwiespältig: entweder man ist frustriert und versucht dagegen anzugehen oder man macht einen Schritt weiter und macht etwas noch einzigartigeres. Bei Geschmacksmustern bringt der Schutz an sich allerdings nicht viel, vielleicht ist da der beste Weg miteinander zu reden und die Kommunikation zu suchen. Egal, ob ein Schutz darauf ist oder nicht kann man ja beweisen, wer zuerst da war und das Urheberrecht hat. 

Worauf achtest du bei der Preisgestaltung deiner selbstgemachten Produkte?

Natürlich auf den Einkauf, die Materialkosten und wie lange ich daran sitze. Es ist ein Fehler zu sagen man kriegt nichts für die Stunden, die man damit verbringt, man möchte ja davon leben. Am Anfang als Kleinunternehmer war mein Schmuck ziemlich günstig, jetzt muss ich die Mehrwertsteuer abführen und musste die Preise erhöhen. Ich habe gemerkt, dass man die Produkte nicht zu günstig anbieten sollte, wenn es gerade nicht so gut läuft. Die Wertigkeit des Produktes geht ansonsten finde ich verloren.

Welche Ratschläge kannst du Labelgründern mit auf den Weg geben?

Gerade buchhalterische oder steuerliche Angelegenheiten sind in der Anfangszeit ziemlich hart. Da würde ich raten das von Anfang an vernünftig zu machen und auch 2 Konten zu führen, ein privates und ein Geschäftskonto. Dazu gehört auch von den Gewinnen monatlich Steuern beiseite zu legen und sich um die Krankenversicherung zu kümmern.

Ich würde auch nicht mehr auf Kunsthandwerkermärkte gehen, die haben nicht viel gebracht, lieber suche ich hochwertige Märkte mit guten Labels.

Ganz wichtig ist auch, bei sich zu bleiben und das zu machen, was einem gefällt. Ich denke dann kommt der Erfolg, wenn man seine Linie gefunden hat und keinem Trend hinterher läuft.


Fräulein Tapir Manufaktur


alle Bilder © Fräulein Tapir Manufaktur

Dienstag, Mai 26, 2015

Nicht nur Produkte, sondern auch Kunden einwickeln - Warum kreative Verpackung so wichtig ist

Verpackungsdesign
Die Verpackung deines Unikats ist das Erste, was der Kunde von deinem Produkt zu sehen bekommt. Dabei entscheidet er schnell, welches Produkt die eigene Aufmerksamkeit „verdient“ und welches nicht. Sehr viele Kunden entscheiden sich erst am Einkaufsort für ein Produkt. Sie sind häufig nicht voreingenommen, sondern lassen sich von Eindrücken und Impulsen beeinflussen, die im Einzelhandel oder an deinem Marktstand entstehen. An diesem Punkt musst du ansetzen, damit die Verpackung und das Produkt deines Labels auffallen und Kaufanreize geschaffen werden. 

Für Kreative ist es fast unmöglich kostenintensive Werbung zu schalten. Deshalb wird die Verpackung zum primären Werbeträger und Aushängeschild für das Produkt. Sie hilft dir sich von anderen Wettbewerbern abzugrenzen und das eigene Label hervorzuheben. Sehen Kunden deine Produkte im Einzelhandel und erkennen diese anhand der Verpackung wieder, hast du ein Label mit Wiedererkennungswert geschaffen.

Was gehört auf die Verpackung?

Bei der Verpackung gilt: Je mehr Informationen desto besser. Das heißt nicht, dass das Etikett oder die Verpackung zugepflastert mit Werbetexten sein soll, sondern, dass wichtige Informationen leicht zu finden sein sollten. Kunden fühlen sich wohler mit einem Produkt, aus dessen Verpackung sie leicht auf den Inhalt und dessen Qualität und Eigenschaften schließen können. Ausreichend Informationen auf Verpackungen sprechen außerdem für die Glaubwürdigkeit und Seriosität deines Labels.

Es gilt, die Balance zwischen ansprechender Verpackung, die die Neugier auf das Produkt erweckt und Informationsgehalt zu finden. Das Etikett bzw. die Verpackung wirkt schnell überladen und Kunden werden davon leicht eingeschüchtert werden. Dem kannst du entgegen wirken, indem du die Darstellung der Informationen auf die Vorder- und Rückseite des Produktes aufteilst. Auf die Vorderseite kommt z.B. ein ansprechendes Bild oder dein Logo, ein kleiner Wortwitz oder packender Spruch und das Label. Die restlichen Informationen kannst du auf der Rückseite platzieren, um den Faktoren den Vortritt zu lassen, die die Aufmerksamkeit des Kunden auf sich ziehen. Bei näherem Betrachten können sie sich dann weiter über Produktdetails informieren.

Woran du beim Verpackungsdesign alles drehen kannst

Kunden entscheiden intuitiv, welche Verpackung sie mehr anspricht und kaufen eher das schöner verpackte Produkt, ohne zu wissen, ob dessen Qualität oder Preis-Leistungs-Verhältnis angemessener ist. Dies kannst du für dich nutzen.

Nutze künstlerische Elemente
Nutze die Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten für dein Verpackungsdesign aus und spiele mit der Form, Größe, dem Transportkomfort, den eingesetzten Farben und Bildern, Schriftarten und der Technik zum Öffnen einer Verpackung.

Nutze Kaufmotive als Gestaltungselement
Hebe dich ab, indem du deine Verpackung an Kaufmotive anpasst. Suchen Kunden ein Geschenk oder Mitbringsel, neigen sie dazu Produkte zu kaufen, die in kleinen Tüten oder Schächtelchen verpackt sind, auf denen z.B. „Alles Liebe, Für dich, Viel Erfolg“ oder „Danke“ steht. Auch speziell auf Großereignisse, wie Ostern und Weihnachten ausgerichtete Verpackungen wird der Kunde eher aufmerksam. Natürlich sind anlassbezogene Verpackungen nicht verallgemeinernd für alle Produkte geeignet. Je nach angebotener Ware und eigener Vorliebe kann die Verpackung z.B. traditionell, modern, minimalistisch, kultig oder auch im Vintage-Look angeboten werden.

Recycel Materialien als Verpackung
Do it yourself – Das gilt für selbstgemachte Produkte, warum nicht auch für die Verpackung? Produktverpackungen müssen nicht teuer beim Großhändler eingekauft werden, ihr könnt sie auch ganz einfach selbst machen. Ihr könnt damit Assoziationen zu eurem Produkt erzeugen. Habt ihr das Produkt z.B. umweltfreundlich hergestellt, bietet es sich an, auch die Verpackung umweltfreundlich zu gestalten und auf diesen Aspekt hinzuweisen. Mache deine Tütchen, Schachteln, Boxen oder Etiketten einzigartig und überzeugt durch recycelte Materialien und Verpackungen.

Du kannst dein Produkt zusätzlich attraktiver machen, indem du mit deiner Verpackung ein Zusatznutzen stiftest: Einmachgläser werden zu Cocktailgläsern, Konservendosen zu Vasen oder Stifthaltern, kleine Kartonagen zu Aufbewahrungsboxen für Kleinkram. Recycling at its best eben.

Warum immer ein Produktexemplar geöffnet im Fach liegen sollte

Als Kind im Supermarkt wird einem beigebracht, nicht mit den Händen, sondern mit den Augen zu schauen. Und so funktioniert die Entwicklung einer Kaufentscheidung: Wir testen Produkte, wir schauen sie uns an, achten auf die Verarbeitung und wollen die Materialien fühlen. Genau aus diesem Grund kaufen wir im Einzelhandel ein, anstatt über Onlineshops zu bestellen. Haben Kunden ein gutes Gefühl beim Ertasten deiner Produkte oder gefällt ihnen die Verarbeitung besonders gut, dann befinden sie sich mitten im Kaufentscheidungsprozess. Biete im Einzelhandel nicht nur verpackte Ware an, sondern lege den potenziellen Kunden ein paar Tester bereit, damit sie das Produkt kennen lernen können und überzeugt werden.

Freitag, Mai 22, 2015

Infografik: 15 Wege kreativ zu bleiben

Kreativität hat viele Gesichter und Charaktere, die nicht jeden Tag gleich gut gelaunt und erfinderisch sind. Um sie wieder in Schwung zu bringen, gibt es hier 15 Wege, wie ihr eine schöpferische Pause sinnvoll nutzen könnt, um danach ideenreich weiter zu machen.

Infografik 15 Wege kreativ zu bleiben


Wie verbringt ihr eine kreative Schaffenspause? Was hilft euch, um neue Inspiration zu finden?

Dienstag, Mai 19, 2015

Die 6 häufigsten Fehler beim Verkauf von Selbstgemachtem

Fehler Selbstgemachtes
Fehler machen ist menschlich und auch vollkommen normal. Im Business und im Verkauf allerdings werden einem Fehler nicht so schnell verziehen und es wird schwerer, diese wieder gerade zu rücken und auszubügeln. Hier findest du Tipps, wie du von Anfang an die 6 häufigsten Fehlern beim Verkauf von Unikaten vermeidest.

1. Fallen kann jeder - Auffallen ist schwerer

Die Wirtschaft und der Verkauf haben wenig mit Kreativität zu tun – von wegen! Genauso wie beim Erstellen deiner selbstgemachten Produkte, solltest du auch beim Verkauf deiner Unikate kreativ werden. Nutze die Möglichkeiten deine Produkte gerade im Einzelhandel durch kreative Präsentationsformen in Szene zu setzen. Anregungen kannst du dir hier holen.

Bleibe bei potenziellen Käufern in Erinnerung, indem du deine Visitenkarten zum einen originell gestaltest und zum anderen auch so präsentierst. Natürlich kannst du deine Visitenkarten ins Fach legen, aber wirken sie nicht zum Mitnehmen einladender, wenn sie in einem Origami-Kästchen liegen oder auf einer Baumrinde aufgestellt sind?

2. Feedback bei den falschen Leuten einholen

Ja, deine Eltern und Freunde finden dein Produkt richtig klasse und sehr wahrscheinlich sind sie auch ein Teil deiner Käufer. Aber (!), wenn du wirklich wissen möchtest, ob dein Produkt auch am echten Markt Absatz findet, musst du in den direkten Kontakt mit deinen Kunden treten. Sie sind die einzig wirklich wichtige und zugleich objektive Instanz, die du um Feedback bitten solltest.

Sind Kunden unzufrieden mit der Leistung deiner selbstgemachten Ware, lassen sie es dich spüren, hart aber fair. Nimm Kritik nicht zu persönlich, sondern sehe es als Chance dich weiter zu entwickeln. Sei dankbar für jegliche Hilfestellungen und Anregungen, niemand wird so ehrlich zu dir sein wie unzufriedene Kunden. Also nutze die Gelegenheit, sammle Kritikpunkte und Verbesserungsmöglichkeiten, frage aktiv nach Verbesserungen und zeige, dass du an dir arbeitest. Bekommst du z.B. eine weniger gute Bewertung in einem Online-Shop, geht es nicht darum diese Kommentare zu löschen, sondern darum zu zeigen, dass du an dir arbeitest und dir Kritik zu Herzen nimmst. Kritik sollte also immer ein Ansporn für dich sein.

Kunden zuhören

3. Sich aus Angst vor Nachahmern lieber verstecken

Dank des Internets sind Ideen sehr schnell kopiert. Deswegen favorisieren einige der kreativen Kleinserienhersteller den Weg, ihre Produkte ausschließlich über Kreativmärkte zu verkaufen. Dort ist es schön überschaubar und die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass dich jemand kopiert. Diese Sichtweise mag für einen Kreativen, der den Verkauf seiner Unikate hobbymäßig ausführt ein gangbarer Weg sein. 

Für all jene, die von dem Verkauf ihrer Produkte leben möchten, lautet aber die Devise: Raus in die große Welt, zeigt euch! Ihr müsst euer Label bekannt machen und den Markt quasi durchdringen. Nur so könnt ihr euer Label langfristig schützen. Erst wenn Kunden eure Produkte mit eurem Label assoziieren, habt ihr einen Wiedererkennungswert geschaffen, der von Nachahmern nicht so schnell imitiert werden kann. Ohnehin ist Angst die schlechteste Entscheidungsgrundlage.

4. Rechtliche Aspekte ausblenden bzw. zu spät angehen

Zahlen und Fakten zählen zwar nicht zum Lieblingsgebiet der meisten Kreativen, sind allerdings Teil des Gewerbes. Der Traum des Kreativen ist es von Selbstgemachtem, das als Hobby angefangen hat, leben zu können. Um das Umsetzen zu können, müssen sich kreative Selbstständige mit den Rahmenbedingungen ihres Verkaufes befassen. Damit gehst du nicht nur möglichem Ärger und unnötigem Stress aus dem Weg, sondern du kannst durch das Gelernte und dein Know-how auch beim Kunden durch Professionalität und Seriosität glänzen, da keine rechtlichen Fragen im Raum stehen. Du merkst also, es gibt kein Spiel ohne Spielregeln.

5. Zu wenig Gedanken zum Alleinstellungsmerkmal machen

Es ist wichtig klar zu kommunizieren, was dein Produkt leistet, wofür du stehst und worin der Unterschied zu Wettbewerbern liegt. Sei keine zweite Ausgabe von jemand anderem und kopiere Ideen oder Konzepte, sondern schaffe dein eigenes Label aus eigenen Gedanken und Vorstellungen. Dein Alleinstellungsmerkmal zeichnet dich und deine Produkte aus, lass also nicht zu, dass der Preis dein Trumpf im Wettbewerb wird. Es wird immer jemanden geben, der ähnliche Leistung günstiger anbietet, deshalb solltest du einen anderen Punkt finden, der ausdrückt, was deine Produkte von anderen abhebt. Erwähne nicht nur dein Produkt als solches, sondern zeige potentiellen Kunden besonders den Nutzen und Mehrwert, den es für einen Käufer hat. 

USP finden

6. Unrealistische Erwartungen an sich selbst haben

Viele Kreative sind der Meinung, wöchentlich neue Ideen und Produktkonzepte entwickeln zu müssen. Die Ausarbeitung und Umsetzung dieser Einfälle ist mit großem Aufwand und zusätzlichen Kosten verbunden. Aus wirtschaftlicher Sicht lohnt es sich daher mehr, eine oder ein paar wenige Ideen konsequent und innovativ auszubauen und diese dann in großer Stückzahl zu verkaufen. Setz dich nicht selbst unter Druck, indem du dir Deadlines bis zum nächsten Geistesblitz setzt und an einer Idee festhältst, die nur schwer umsetzbar ist. Bleibe mit Erwartungen an dich selbst realistisch.

Qualität und Hochwertigkeit sind ohne Zweifel wichtige Faktoren für den dauerhaften Erfolg eines Produktes. Es geht jedoch nicht nur darum, Qualität zu bieten, sondern diese auch wertzuschätzen und hervor zu heben. Erkenne den Wert und den Nutzen deines Produktes an und verlange den Preis, den es verdient. Kalkuliere deinen Preis fair – nicht nur für Kunden, sondern auch für dich, verkaufe deine Unikate nicht unter Wert. Die Preise senken kannst du im Nachhinein noch durch kurzfristige Rabatte oder ähnliches, den Preis zu heben, wird von Kunden weniger akzeptiert.

Vergiss nicht: Fehler sind ein Beweis dafür, dass du dich entwickelst!

Was haltet ihr für typische Fehler beim Verkauf von Selbstgemachtem? Aus welchen Fehlern habt ihr gelernt?
CC 1.0 Bilder von Ryan McGuire